Was der FEQ über die Fütterung verrät
Der Fett-Eiweiß-Quotient, kurz FEQ, setzt den Milchfettgehalt ins Verhältnis zum Milcheiweißgehalt. Beide Werte liefert die monatliche Milchleistungsprüfung für jede Kuh. Weil Fett und Eiweiß auf Energie- und Strukturversorgung unterschiedlich reagieren, ist der Quotient ein einfaches Frühwarnzeichen für Stoffwechselprobleme.
Fehlt einer frisch abgekalbten Kuh Energie, baut sie Körperfett ab. Der Milchfettgehalt steigt, der Eiweißgehalt sinkt, der FEQ klettert über 1,5. Das gilt als Hinweis auf eine subklinische Ketose. Bekommt die Kuh dagegen zu viel schnell verdauliche Stärke und zu wenig Struktur, fällt der Fettgehalt ab; ein FEQ unter 1,0 deutet auf eine Pansenazidose hin.
Der Rechner ordnet den Wert nach diesen Grenzen ein, die unter anderem DLG und Landeskontrollverbände verwenden. Die Grenzen lassen sich ändern, falls Ihr Kontrollverband andere Schwellen nutzt.
Einzeltier und Herde richtig beurteilen
Am aussagekräftigsten ist der FEQ in den ersten 100 Laktationstagen, wenn die Energielücke am größten ist. Später im Laktationsverlauf steigt der Fettgehalt natürlicherweise, ohne dass eine Ketose vorliegen muss. Darum berücksichtigt die Einordnung den Laktationstag.
Für die Herde zählt der Anteil der Kühe außerhalb des Zielbereichs. Liegen in der Frühlaktation mehr als etwa 10 bis 15 Prozent der Tiere über 1,5, lohnt ein kritischer Blick auf Transitfütterung und Trockensteherration. Häufen sich Werte unter 1,0, sollten Strukturgehalt, Kraftfutterverteilung und Futterselektion geprüft werden.
Der FEQ ist ein Hinweis, kein Befund. Rasse, Fütterung mit Fettzusätzen, Hitzestress und Messfehler beeinflussen den Quotienten. Eine Ketose wird über Blut- oder Milchtests auf Ketonkörper bestätigt. Bei auffälligen Tieren ziehen Sie bitte die Tierärztin oder den Tierarzt hinzu; dieser Rechner ersetzt keine tierärztliche Diagnose.
Ergänzend helfen der Harnstoffgehalt der Milch für die Proteinversorgung und eine Rationsberechnung. Dafür eignen sich der Futterration-Rechner und der Milchleistung-Rechner.
Für eine sinnvolle Auswertung lohnt es sich, den FEQ jeder Kuh über mehrere Prüftage zu verfolgen. Ein einzelner hoher Wert kurz nach der Kalbung kann durch die Probenahme oder einen kurzen Futterwechsel entstehen. Bleibt der Quotient dagegen über zwei Kontrollen erhöht, ist die Energieversorgung mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ausreichend. Achten Sie dann auf Futteraufnahme, Körperkondition und die Zusammensetzung der Ration in der Transitphase. Viele Herdenmanagementprogramme und die Berichte der Landeskontrollverbände zeigen den FEQ bereits als Grafik über den Laktationsverlauf.
Tipps und typische Fehler
Stoffwechsel im Blick.
- Frühlaktation: Genau hinsehen.
- Herde: Anteil auffälliger Kühe.
- Struktur: Bei FEQ unter 1.
- Tierarzt: Bei Verdacht hinzuziehen.
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Häufige Fragen
Ab welchem FEQ besteht Ketosegefahr?
Ab einem Wert über 1,5, besonders in den ersten 100 Laktationstagen.
Was bedeutet ein FEQ unter 1?
Er deutet auf Strukturmangel und ein Azidoserisiko im Pansen hin.
Woher bekomme ich Fett- und Eiweißgehalt?
Aus dem monatlichen Bericht der Milchleistungsprüfung.
Welcher FEQ ist bei Kühen normal?
Etwa 1,0 bis 1,5 gilt als unauffällig.
Was sagt ein niedriger Eiweißgehalt aus?
Werte unter etwa 3,2 Prozent deuten oft auf zu wenig Energie in der Ration hin.
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