Warum zu viel Arbeit im System alles langsamer macht
Das Gesetz von Little ist eine einfache, aber mächtige Beziehung aus der Warteschlangentheorie. Es besagt, dass die durchschnittliche Durchlaufzeit gleich dem durchschnittlichen Bestand im System geteilt durch den Durchsatz ist. Sie gilt für Fabriken, Kundenservice, Softwareentwicklung und jeden Prozess, in dem Arbeit durchläuft.
Ein Beispiel: Befinden sich 120 Aufträge in Bearbeitung und werden täglich 30 fertiggestellt, dauert ein Auftrag im Schnitt vier Tage vom Start bis zur Fertigstellung. Will man die Durchlaufzeit auf zwei Tage senken, ohne mehr Leistung zu erbringen, muss man den Bestand auf 60 Aufträge halbieren. Weniger gleichzeitig angefangene Arbeit bedeutet also kürzere Wartezeiten.
Diese Einsicht ist die Grundlage von Kanban und Lean: Der Bestand wird begrenzt, damit Aufgaben schneller fertig werden. Der Rechner zeigt, wie hoch der Bestand höchstens sein darf, um eine Zieldurchlaufzeit einzuhalten, und wie viel abgebaut werden müsste.
Anwendung und Grenzen
Das Gesetz gilt für stabile Systeme im Mittel. Wird der Bestand rasch größer oder kleiner oder schwankt der Durchsatz stark, ist die Beziehung nur eine Näherung. Messen Sie über einen längeren Zeitraum und achten Sie darauf, dass Bestand und Durchsatz in derselben Einheit gezählt werden, etwa Aufträge, Tickets oder Stück.
Praktisch bedeutet das: Wer die Durchlaufzeit senken will, sollte nicht zuerst mehr Leute einsetzen, sondern die Zahl der gleichzeitig laufenden Aufgaben begrenzen und Engpässe beseitigen. Das erhöht auch die Qualität, weil weniger Umschalten zwischen Aufgaben nötig ist.
Der Rechner liefert eine Orientierung für Prozessverbesserungen. Er ersetzt keine detaillierte Prozessanalyse. Für Produktionsanlagen ergänzt der OEE-Rechner die Sicht auf die Effektivität.
Ein praktischer Einstieg ist, den Bestand in Arbeit sichtbar zu machen, etwa auf einem Kanban-Board mit Spalten und Begrenzungen. Setzen Sie eine Obergrenze pro Spalte und beobachten Sie, wie sich die Durchlaufzeit verändert. Oft verbessert sich die Qualität gleichzeitig, weil Aufgaben schneller abgeschlossen und Fehler früher erkannt werden. Messen Sie die Zahlen wöchentlich und besprechen Sie Auffälligkeiten im Team.
Tipps und typische Fehler
Prozesse beschleunigen.
- WIP begrenzen: Weniger gleichzeitig starten.
- Engpässe: Zuerst beseitigen.
- Messen: Über längere Zeit.
- Einheiten: Einheitlich zählen.
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- Durchlaufzeit berechnen
- Little Gesetz
- Littles Law
- WIP begrenzen
- Kanban Durchlaufzeit
- Bestand Durchsatz
Häufige Fragen
Was besagt das Gesetz von Little?
Durchlaufzeit gleich Bestand geteilt durch Durchsatz.
Wie senke ich die Durchlaufzeit?
Durch weniger gleichzeitig begonnene Arbeit und beseitigte Engpässe.
Wo wird das Gesetz genutzt?
In Produktion, Support, IT und überall dort, wo Arbeit einen Prozess durchläuft.
Warum verkürzt weniger WIP die Durchlaufzeit?
Weil bei gleichem Durchsatz weniger Aufgaben im Prozess warten.
Gilt das Gesetz immer?
Für stabile Systeme im Mittel.
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