Was die Velocity aussagt
In Scrum-Teams wird der Umfang von Aufgaben oft in Story Points geschätzt, einer relativen Einheit für Aufwand, Komplexität und Unsicherheit. Die Velocity ist die Summe der Story Points, die ein Team in einem Sprint tatsächlich fertigstellt. Unfertige Arbeit zählt nicht mit. Über mehrere Sprints gemittelt, wird daraus eine recht stabile Kennzahl für die Planung.
Mit der durchschnittlichen Velocity lässt sich abschätzen, wie lange ein Backlog noch braucht. Der Rechner teilt die offenen Story Points durch die Velocity und rundet auf ganze Sprints auf, denn ein angefangener Sprint läuft ohnehin bis zum Ende. Das Enddatum ist der letzte Tag des letzten Sprints, gerechnet ab dem Beginn des nächsten Sprints.
Weil die Velocity schwankt, zeigt der Rechner zusätzlich eine Spanne. Der optimistische Termin nimmt an, dass jeder Sprint so gut läuft wie der beste bisher, der pessimistische rechnet mit dem schwächsten Sprint. Über den Kapazitätsfaktor berücksichtigen Sie Urlaub, Feiertage oder Teamwechsel im Planungszeitraum.
Prognosen mit Augenmaß
Story Points sind teamspezifisch. Die Velocity eines Teams lässt sich nicht mit der eines anderen vergleichen, weil jedes Team seine eigene Schätzskala hat. Auch als Leistungskennzahl eignet sie sich schlecht: Wird sie zum Ziel, steigen meist die Schätzungen statt der erledigten Arbeit. Ihr Zweck ist die Vorhersage, nicht die Bewertung.
Für eine belastbare Prognose sollten mindestens drei bis fünf abgeschlossene Sprints vorliegen, idealerweise mit gleicher Teamzusammensetzung und gleicher Sprintlänge. Ausreißer durch Krankheit, Feiertage oder Produktionsstörungen können Sie weglassen oder über den Kapazitätsfaktor ausgleichen. Neue Teams haben anfangs oft eine steigende Velocity.
Der Backlog bleibt selten gleich. Neue Anforderungen kommen hinzu, andere entfallen oder werden neu geschätzt. Viele Teams verfolgen deshalb in einem Release-Burnup sowohl die erledigten Punkte als auch den wachsenden Gesamtumfang. Rechnen Sie den Termin nach jedem Sprint neu und kommunizieren Sie eher die Spanne als ein einzelnes Datum.
Für einzelne, schwer schätzbare Arbeitspakete außerhalb des Sprintrhythmus eignet sich die Dreipunktschätzung nach PERT. Den Kalender mit Feiertagen berücksichtigt der Arbeitstage-Rechner, falls Sie die Kapazität genauer bestimmen möchten.
Tipps und typische Fehler
Termin abschätzen.
- Spanne: Statt Fixdatum.
- Urlaub: Kapazität senken.
- Neu rechnen: Nach jedem Sprint.
- Backlog: Wachstum beachten.
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Häufige Fragen
Was ist die Velocity in Scrum?
Die Menge an Story Points, die ein Team in einem Sprint vollständig fertigstellt.
Zählen halb fertige Stories zur Velocity?
Nein, nur Arbeit, die die Definition of Done erfüllt, fließt ein.
Wie viele Sprints braucht man für eine gute Prognose?
Mindestens drei, besser fünf bis acht Sprints mit stabiler Teambesetzung.
Was ist ein Release-Burnup?
Ein Diagramm, das erledigte Story Points und den Gesamtumfang über die Sprints zeigt.
Sollte man Velocity zwischen Teams vergleichen?
Nein, jedes Team schätzt mit eigener Skala; Vergleiche führen zu falschen Schlüssen.
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