Was der TBW-Wert über eine SSD verrät
Flash-Speicherzellen verkraften nur eine begrenzte Zahl von Schreib- und Löschvorgängen. Hersteller geben deshalb an, wie viele Terabyte insgesamt auf eine SSD geschrieben werden dürfen, bevor die Garantie endet. Dieser Wert heißt TBW, Terabytes Written. Eine typische 1-TB-SSD für Endkunden ist mit 300 bis 700 TBW angegeben, Modelle für Rechenzentren liegen deutlich höher.
Ob dieser Wert knapp wird, hängt allein davon ab, wie viel Sie tatsächlich schreiben. Der Rechner teilt den TBW-Wert durch die jährliche Schreibmenge und erhält so die rechnerische Lebensdauer ab Neuzustand. Ziehen Sie die bereits geschriebenen Daten ab, erhalten Sie die verbleibenden Jahre. Beide Angaben gehen von einer gleichbleibenden Nutzung aus.
Als zweite Kennzahl zeigt der Rechner Drive Writes per Day, kurz DWPD. Sie gibt an, wie oft die komplette Kapazität pro Tag beschrieben wird. Der DWPD-Wert aus dem Datenblatt ergibt sich aus TBW, Kapazität und Garantiezeit. Liegt Ihr eigener Wert weit darunter, haben Sie viel Reserve.
Schreibmenge ermitteln und Ergebnis richtig lesen
Die tägliche Schreibmenge schätzen viele Nutzer zu hoch ein. Spiele werden zwar mit vielen Gigabyte installiert, danach aber vor allem gelesen. Lesevorgänge verschleißen den Flash-Speicher praktisch nicht. Am verlässlichsten ist es, den SMART-Zähler der geschriebenen Daten zweimal im Abstand von einigen Wochen abzulesen und die Differenz durch die Tage zu teilen. Programme wie CrystalDiskInfo oder die Werkzeuge der Hersteller zeigen den Zähler an.
Wer häufig große Spiele neu installiert, Videos schneidet oder viel mit virtuellen Maschinen arbeitet, schreibt deutlich mehr. Ein Gaming-PC mit regelmäßigen Updates kommt im Alltag oft auf 20 bis 60 GB pro Tag. Selbst bei 100 GB täglich hält eine SSD mit 600 TBW noch über 16 Jahre. Für die meisten Heimanwender ist der TBW-Wert daher kein begrenzender Faktor.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Garantie und tatsächlicher Haltbarkeit. Die Garantie endet, sobald entweder die Garantiejahre oder der TBW-Wert erreicht sind. Die SSD selbst arbeitet danach meist weiter, in Dauertests haben viele Modelle ein Vielfaches ihres TBW-Werts geschafft. Ausfälle durch defekte Controller oder Firmwarefehler können dagegen jederzeit auftreten, unabhängig vom Verschleiß.
Behalten Sie deshalb neben dem Rechenergebnis auch den SMART-Wert für die verbleibende Lebensdauer im Blick, der oft als Prozentangabe angezeigt wird. Sinkt er schneller als erwartet, prüfen Sie, welches Programm viel schreibt. Unabhängig von allen Zahlen gilt: Wichtige Daten gehören zusätzlich auf ein zweites Laufwerk oder in eine Sicherung, denn auch eine neue SSD kann ohne Vorwarnung ausfallen.
Tipps und typische Fehler
Laufwerk schonen.
- SMART: Zähler regelmäßig ablesen.
- Freier Platz: Etwas Luft lassen.
- Firmware: Aktuell halten.
- Sicherung: Unabhängig vom TBW-Wert.
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Häufige Fragen
Was bedeutet TBW bei einer SSD?
Terabytes Written ist die vom Hersteller garantierte Gesamtmenge an Daten, die auf die SSD geschrieben werden darf.
Geht eine SSD nach Erreichen des TBW-Werts kaputt?
Nein, meist arbeitet sie weiter. Mit dem Erreichen endet in der Regel nur die Garantie.
Wie finde ich heraus, wie viel bereits geschrieben wurde?
Ein SMART-Programm wie CrystalDiskInfo zeigt die insgesamt geschriebenen Daten an.
Wie hoch ist der TBW-Wert einer typischen 1-TB-SSD?
Bei Endkundenmodellen oft zwischen 300 und 700 TB.
Verschleißt Lesen eine SSD?
Nein, nennenswerten Verschleiß verursachen nur Schreibvorgänge.
- SSD Lebensdauer berechnen
- TBW Rechner
- TBW in Jahre umrechnen
- SSD Haltbarkeit
- DWPD berechnen
- wie lange hält eine SSD
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