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RAM-Latenz in Nanosekunden berechnen

Tragen Sie CAS-Latenz und Datenrate von zwei Speicherkits ein. Der Rechner zeigt, welches Kit schneller auf den ersten Zugriff antwortet und wie viel Bandbreite beide liefern.

Zwei RAM-Kits
Erste Zahl der Timings, zum Beispiel 30 bei 30-36-36-76.
Die Zahl hinter DDR5- oder DDR4-, also 6000 bei DDR5-6000.
Ergebnis

Warum der CL-Wert allein nichts über die Geschwindigkeit sagt

Auf jeder Packung Arbeitsspeicher stehen zwei Kennzahlen: die Datenrate, etwa DDR5-6000, und die Timings, angeführt vom CL-Wert. CL steht für CAS Latency und gibt an, wie viele Taktzyklen vergehen, bis nach einem Lesebefehl die ersten Daten anliegen. Ein niedriger CL-Wert klingt deshalb immer besser, doch die Dauer eines Taktzyklus hängt vom Takt ab. Bei schnellerem Speicher ist jeder Zyklus kürzer.

Erst die Umrechnung in Nanosekunden macht Kits vergleichbar. DDR bedeutet Double Data Rate: Pro Takt werden zwei Datenpakete übertragen. Ein Modul mit 6.000 MT/s arbeitet also mit einem echten Takt von 3.000 MHz, ein Zyklus dauert rund 0,333 Nanosekunden. Multipliziert mit dem CL-Wert ergibt sich die sogenannte Erstwort-Latenz, die der Rechner für beide Kits ausgibt.

Zusätzlich zeigt der Rechner die theoretische Bandbreite im Dual-Channel-Betrieb. Sie beschreibt, wie viele Daten pro Sekunde maximal fließen können, wenn der Speicher erst einmal liefert. Latenz und Bandbreite sind zwei verschiedene Eigenschaften: Spiele mit vielen kleinen, verstreuten Zugriffen profitieren eher von niedriger Latenz, große Datenströme eher von hoher Bandbreite.

Latenz in ns=CL⋅2.000Datenrate in MT / s; Bandbreite in GB / s=MT / s⋅8 Byte⋅2 Kana¨le1.000\text{Latenz in ns} = \frac{\text{CL} \cdot 2.000}{\text{Datenrate in MT}\,/\,s};\ \text{Bandbreite in GB}\,/\,s = \frac{\text{MT}\,/\,s \cdot 8\,\text{Byte} \cdot 2\,\text{Kanäle}}{1.000}

Beispiel: Kit A mit DDR5-6000 und CL30 kommt auf 30 × 2.000 ÷ 6.000 = 10,00 ns. Kit B mit DDR5-6400 und CL36 erreicht 36 × 2.000 ÷ 6.400 = 11,25 ns. Kit A antwortet also 1,25 ns schneller, Kit B bietet dafür 102,4 statt 96,0 GB/s Bandbreite.

Kits sinnvoll vergleichen und einordnen

Ein klassisches Beispiel zeigt, warum die Umrechnung wichtig ist: DDR4-3200 mit CL16 und DDR5-6000 mit CL30 haben beide eine Erstwort-Latenz von genau 10 Nanosekunden. Der doppelt so hohe CL-Wert des DDR5-Kits wird durch den doppelten Takt ausgeglichen. Gleichzeitig liefert DDR5 fast die doppelte Bandbreite. Ein höherer CL-Wert ist also kein Zeichen für langsamen Speicher.

Die Erstwort-Latenz ist nur ein Teil der tatsächlichen Speicherlatenz, die Messprogramme ausgeben. Dort kommen weitere Timings wie tRCD und tRP, der Speichercontroller der CPU und bei manchen Prozessoren die interne Verbindung zwischen den Chiplets hinzu. Gemessene Werte liegen deshalb oft bei 60 bis 80 Nanosekunden. Für den Vergleich zweier Kits auf derselben Plattform reicht die Erstwort-Latenz aber gut aus.

Beim Kauf lohnt ein Blick in die Kompatibilitätslisten von Mainboard und Prozessor. Nicht jede Plattform betreibt sehr hohe Datenraten stabil, und manche Prozessoren arbeiten bei einer bestimmten Datenrate besonders effizient, weil der Speichercontroller dann im gleichen Verhältnis taktet. Ein etwas langsameres Kit mit guten Timings ist dann oft die bessere Wahl als ein Rekord-Kit, das nur instabil läuft.

Beachten Sie außerdem, dass die beworbenen Werte meist nur mit aktiviertem XMP- oder EXPO-Profil im BIOS erreicht werden. Ohne Profil läuft der Speicher mit einer niedrigeren Standard-Datenrate. Prüfen Sie nach dem Einbau in einem Systemprogramm, ob Datenrate und CL-Wert tatsächlich anliegen, und tragen Sie im Zweifel die dort angezeigten Werte in den Rechner ein.

Tipps und typische Fehler

Speicher richtig vergleichen.

  • Nanosekunden: Statt CL-Werte allein vergleichen.
  • XMP/EXPO: Im BIOS aktivieren.
  • Kompatibilität: Liste des Mainboards prüfen.
  • Kontrolle: Werte nach dem Einbau ablesen.

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Häufige Fragen

Ist CL40 schlechter als CL16?

Nicht unbedingt. Entscheidend ist die Latenz in Nanosekunden, die sich erst zusammen mit der Datenrate ergibt.

Warum wird der Takt halbiert?

DDR-Speicher überträgt zwei Datenpakete pro Takt, deshalb liegt der echte Takt bei der Hälfte der MT/s-Angabe.

Was bringt eine niedrigere RAM-Latenz in Spielen?

Vor allem bei CPU-lastigen Spielen kann sie die minimalen Bildraten etwas verbessern; der Effekt hängt stark vom Spiel ab.

Was ist ein guter CL-Wert für DDR5-6000?

Kits mit CL30 bis CL32 gelten bei dieser Datenrate als schnell.

Was ist der Unterschied zwischen MHz und MT/s?

MT/s zählt die Übertragungen pro Sekunde, der echte Takt in MHz ist bei DDR halb so hoch.

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