Wie viel Wasser steckt im Schnee?
Schnee besteht zum größten Teil aus Luft. Wie viel Wasser eine Schneedecke tatsächlich enthält, beschreibt der Wasserwert, in der Hydrologie auch Schneewasseräquivalent genannt. Er wird in Millimetern angegeben, so wie Niederschlag. Ein Millimeter entspricht einem Liter Wasser auf einem Quadratmeter oder einem Kilogramm je Quadratmeter.
Den Wasserwert bestimmen zwei Größen: die Höhe der Schneedecke und ihre Dichte. Frisch gefallener, lockerer Pulverschnee wiegt oft weniger als 100 Kilogramm je Kubikmeter. Mit der Zeit setzt sich der Schnee, Tauwetter und Regen machen ihn schwerer, und nasser Altschnee erreicht 400 Kilogramm und mehr. Die gleiche Schneehöhe kann deshalb das Vier- bis Fünffache an Wasser enthalten.
Messen lässt sich die Dichte einfach: Stechen Sie mit einem Rohr bekannten Querschnitts einen Schneekern aus, wiegen Sie ihn und teilen Sie das Gewicht durch das Volumen. Wetterdienste und Lawinenwarndienste arbeiten nach demselben Prinzip mit Schneewaagen und Ausstechzylindern.
Schmelzwasser, Hochwasser und Dachlast
Für die Wasserwirtschaft ist der Wasserwert wichtiger als die Schneehöhe. Er zeigt, wie viel Abfluss bei der Schneeschmelze zu erwarten ist. Kommen Tauwetter und kräftiger Regen zusammen, addieren sich Schmelzwasser und Niederschlag. Solche Lagen haben in Mittelgebirgen schon mehrfach Hochwasser ausgelöst, besonders wenn der Boden noch gefroren war.
Die Schmelze schätzt der Rechner mit dem Grad-Tag-Verfahren, einer in der Hydrologie weit verbreiteten Näherung. Je Grad Tagesmitteltemperatur über null schmilzt eine bestimmte Wassermenge, meist zwei bis sechs Millimeter. Sonne, Wind, Luftfeuchte und Regen verändern den Wert stark. Das Ergebnis ist daher eine grobe Größenordnung, keine Vorhersage.
Der Wasserwert zeigt zugleich das Gewicht der Schneedecke. 125 Millimeter bedeuten 125 Kilogramm auf jedem Quadratmeter. Für Dächer ist das ein erster Anhaltspunkt, ob die Last bedenklich wird. Die rechtlich maßgebliche Schneelast ergibt sich aber aus DIN EN 1991-1-3 mit Schneelastzone, Geländehöhe und Dachform, wie es der Schneelast-Rechner zeigt.
Wer Schmelzwasser sammeln möchte, etwa in einer Zisterne, kann mit der Wassermenge planen. Ein Teil verdunstet allerdings oder versickert, bevor er die Dachrinne erreicht. Für eine Abschätzung der Regenwassernutzung über das ganze Jahr eignet sich der Regenwasser-Rechner, der mit Jahresniederschlag und Abflussbeiwert arbeitet.
Tipps und typische Fehler
Schnee einschätzen.
- Messen: Mehrere Stellen prüfen.
- Dach: Last beobachten.
- Tauwetter: Abfluss freihalten.
- Regen: Schmelze beschleunigt.
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Häufige Fragen
Was ist der Wasserwert von Schnee?
Die Wassermenge, die beim vollständigen Schmelzen entsteht, in Millimetern oder Litern je Quadratmeter.
Wie viel Wasser ergeben 10 cm Schnee?
Je nach Dichte etwa 5 bis 40 Liter je Quadratmeter, bei lockerem Neuschnee eher am unteren Ende.
Wie schwer ist nasser Schnee?
Nassschnee wiegt oft 350 bis 500 kg je Kubikmeter, also ein Vielfaches von Pulverschnee.
Wie misst man die Schneedichte?
Einen Schneekern mit bekanntem Volumen ausstechen, wiegen und das Gewicht durch das Volumen teilen.
Warum wird Schnee mit der Zeit schwerer?
Er setzt sich, Kristalle runden sich ab und Schmelz- oder Regenwasser wird gespeichert.
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