Stand: Gesetzeslage 2026. Gesetzliche Werte ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.
Wie die Schneelast berechnet wird
Die Schneelast auf Dächern wird in Deutschland nach DIN EN 1991-1-3, dem Eurocode 1 Teil 1-3, mit dem nationalen Anhang ermittelt. Ausgangspunkt ist die charakteristische Schneelast am Boden. Sie hängt von der Schneelastzone ab, in die Deutschland nach Klima und Schneehäufigkeit eingeteilt ist, und von der Geländehöhe des Bauorts. Je höher der Ort liegt, desto mehr Schnee ist zu erwarten.
Für jede Zone gibt der nationale Anhang eine Formel mit der Geländehöhe und einen Mindestwert vor. In Zone 1 sind es mindestens 0,65, in Zone 2 mindestens 0,85 und in Zone 3 mindestens 1,10 Kilonewton je Quadratmeter. Die Zonen 1a und 2a erhalten das 1,25-Fache ihrer Grundzone. Ein Kilonewton je Quadratmeter entspricht etwa 102 Kilogramm je Quadratmeter.
Auf dem Dach bleibt nicht der gesamte Schnee liegen. Der Formbeiwert μ1 berücksichtigt, dass er von steilen Dächern abrutscht. Bis 30 Grad Neigung beträgt er 0,8, zwischen 30 und 60 Grad nimmt er linear ab, ab 60 Grad ist er null. Verhindert ein Schneefang das Abrutschen, darf der Beiwert nicht unter 0,8 sinken.
Was der Rechner nicht abdeckt
Die berechnete Last ist die ungestörte Schneelast für einfache Pult- und Satteldächer. An Höhensprüngen, hinter Brüstungen, an Gauben und in Kehlen sammelt sich Schnee durch Wind und Abrutschen an. Dort können die Lasten ein Vielfaches betragen. Diese Anhäufungen werden in der Norm mit eigenen Formbeiwerten berechnet, die hier nicht enthalten sind.
Im Norddeutschen Tiefland muss nach dem nationalen Anhang zusätzlich eine außergewöhnliche Schneelast berücksichtigt werden, weil dort seltene, aber sehr starke Schneefälle vorkommen. Ob Ihr Standort betroffen ist, erfahren Sie aus der Zonenkarte oder bei der Bauaufsicht. Für Orte über 1.500 Metern Höhe gelten gesonderte Festlegungen der zuständigen Behörden.
Die Zuordnung zu einer Schneelastzone erfolgt nach Gemeinden. Online-Karten der Normungsinstitute und der Hersteller von Bauprodukten bieten Postleitzahlensuchen. Die Zuordnung ändert sich gelegentlich, wenn die Karten überarbeitet werden; prüfen Sie daher den aktuellen Stand. Die Geländehöhe finden Sie in topografischen Karten oder Geoportalen der Länder.
Der Rechner hilft bei der Einordnung, etwa vor dem Kauf eines Carports, einer Solaranlage oder eines Gewächshauses, deren zulässige Schneelast in den Unterlagen steht. Für Neubauten, Umbauten und den Nachweis von Dachtragwerken ist eine statische Berechnung durch einen Tragwerksplaner erforderlich. Die Werte sind charakteristische Lasten ohne Teilsicherheitsbeiwerte.
Tipps und typische Fehler
Schneelast einordnen.
- Zone: Nach Gemeinde.
- Höhe: Genau ermitteln.
- Verwehungen: Gesondert.
- Statik: Fachplaner.
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Häufige Fragen
Wie viel Schnee hält ein Dach mit 0,85 kN/m² aus?
Rund 87 kg je Quadratmeter. Wie viele Zentimeter das sind, hängt von der Dichte des Schnees ab.
Warum ist die Schneelast auf steilen Dächern geringer?
Weil der Schnee abrutscht. Ab 60 Grad Neigung wird keine Schneelast mehr angesetzt, sofern kein Schneefang vorhanden ist.
Wo finde ich meine Schneelastzone?
In der Schneelastzonenkarte zum nationalen Anhang der Norm, über Postleitzahlensuchen oder beim Bauamt.
Wie schwer ist Neuschnee?
Pulverschnee wiegt etwa 30 bis 100 kg je Kubikmeter, nasser Schnee deutlich mehr.
Muss ich das Dach bei viel Schnee räumen?
Bei Flachdächern und Hallen kann das nötig sein. Liegt die Last nahe am Bemessungswert, sollte ein Fachmann beurteilen.
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