So funktioniert der Raglan von oben
Beim Raglan von oben, auch Top-down-Raglan genannt, wird der Pullover nahtlos am Halsausschnitt begonnen. Die Maschen werden in vier Abschnitte geteilt: Vorderteil, Rückenteil und zwei Ärmel. Dazwischen liegen vier Raglanmaschen, beidseits derer in jeder zweiten Runde zugenommen wird. So entstehen die typischen schrägen Linien von der Achsel zum Hals.
Der Rechner rechnet die Halsweite mit Ihrer Maschenprobe in Maschen um und rundet auf eine gerade Zahl. Nach Abzug der Raglanmaschen erhalten Vorder- und Rückenteil je ein Drittel, das restliche Drittel teilt sich auf die Ärmel auf. Der Vorderhals wird bei dieser einfachen Form nicht vertieft; wer das möchte, strickt zusätzlich verkürzte Reihen im Nacken.
Wie viele Zunahmerunden nötig sind, ergibt sich aus der Zielweite. Unter jeder Achsel werden beim Teilen etwa 8 Prozent der Körpermaschen neu angeschlagen, eine Faustregel nach Elizabeth Zimmermann. Den Rest müssen die Zunahmen liefern. Weil Ärmel meist weniger Weite brauchen als der Körper, plant der Rechner Runden mit acht Zunahmen und Runden nur am Körper oder nur an den Ärmeln.
Praxistipps zur Passe
Prüfen Sie vor dem Teilen die Passenlänge am Körper. Gemessen wird von der Schulter senkrecht bis knapp unter die Achsel. Bei Damengrößen liegt sie meist zwischen 18 und 23 Zentimetern, bei Herren etwas darüber. Ist die Passe deutlich zu kurz, stricken Sie einige Runden ohne Zunahmen; ist sie zu lang, wechseln Sie häufiger auf Zunahmen in jeder Runde.
Verteilen Sie die Runden mit Zunahmen nur am Körper oder nur an den Ärmeln gleichmäßig über die Passe, damit keine Ecken entstehen. Viele Strickerinnen legen sie in die zweite Hälfte der Passe, weil dort Brust und Rücken mehr Weite brauchen. Ein Maschenmarkierer an jeder Raglanmasche erleichtert das Zählen erheblich.
Die Maschenprobe sollte im gewaschenen Zustand gemessen werden und mindestens 15 mal 15 Zentimeter groß sein. Schon eine halbe Masche Abweichung auf 10 Zentimeter verändert die Oberweite eines Pullovers um mehrere Zentimeter. Stricken Sie die Probe in der Technik, die überwiegend vorkommt, bei Rundstrick also ebenfalls in Runden oder mit losem Faden auf der Rückseite.
Zum Schluss werden die Ärmelmaschen stillgelegt und Vorder- und Rückenteil mit den neuen Achselmaschen zum Körper verbunden. Die Ärmel strickt man später mit den aufgenommenen Achselmaschen in Runden und nimmt zum Bündchen hin ab. Der Rechner liefert für alle diese Schritte die Maschenzahlen, die Feinheiten wie Passform am Nacken bleiben Ihre Entscheidung.
Tipps und typische Fehler
Passe planen.
- Probe: Gewaschen messen.
- Markierer: An Raglanmaschen.
- Anprobe: Vor dem Teilen.
- Nacken: Verkürzte Reihen.
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Häufige Fragen
Wie viele Maschen schlage ich für einen Raglan an?
Halsausschnitt in Zentimetern mal Maschen pro 10 cm geteilt durch 10, auf eine gerade Zahl gerundet. Bei 46 cm und 22 Maschen sind das 102 Maschen.
Wie lang muss die Raglanpasse sein?
Meist 18 bis 25 Zentimeter, gemessen von der Schulter bis unter die Achsel. Sie hängt von Größe und Zugabe ab.
Warum werden die Ärmel beim Raglan zu weit?
Bei gleichmäßigen Zunahmen an allen Linien wachsen Ärmel und Körper gleich stark. Runden mit Zunahmen nur am Körper verhindern das.
Wo setzt man beim Raglan die Markierer?
An jede der vier Raglanmaschen zwischen Vorderteil, Ärmeln und Rückenteil.
Welche Zunahme eignet sich für Raglanlinien?
Häufig Umschläge für eine Lochreihe oder verschränkte Zunahmen für eine geschlossene Linie.
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