Stand: Gesetzeslage 2026. Gesetzliche Werte ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.
Lautheitsnormalisierung verstehen
Streamingdienste und Sender gleichen die Lautheit von Titeln an, damit Hörer nicht ständig nachregeln müssen. Gemessen wird nach der Empfehlung ITU-R BS.1770 die integrierte Lautheit in LUFS, also die über den gesamten Titel gemittelte, gehörrichtig gewichtete Lautstärke. Jede Plattform hat einen Zielwert und dreht lautere Titel herunter. Leisere Titel werden je nach Plattform angehoben oder bleiben leiser.
Die nötige Pegeländerung ist einfach die Differenz zwischen Zielwert und gemessenem Wert. Ein Master mit −9,5 LUFS wird auf einer Plattform mit −14 LUFS um 4,5 dB leiser abgespielt. Ein Dezibel Lautheit entspricht einem Dezibel Pegel, weil die Messung linear mit der Verstärkung skaliert. Der True Peak verschiebt sich daher um denselben Betrag.
Der True Peak ist der höchste Spitzenwert des rekonstruierten analogen Signals, gemessen mit Überabtastung. Er kann über dem höchsten Samplewert liegen. Sender und Plattformen verlangen meist höchstens −1 dBTP, das US-Fernsehen nach ATSC A/85 −2 dBTP. Der Rechner zeigt, wie viel Headroom nach der Anpassung bis zu dieser Grenze bleibt und ob eine Anhebung zu Übersteuerungen führen würde.
Was das für den eigenen Mix heißt
Ein sehr lauter Master bringt auf normalisierenden Plattformen keinen Vorteil, weil er heruntergeregelt wird. Er klingt dann im Vergleich sogar flacher, weil die Kompression bleibt, der Lautheitsgewinn aber verschwindet. Viele Mastering-Ingenieure arbeiten deshalb mit moderater Lautheit und achten mehr auf Dynamik und True Peak als auf einen möglichst hohen LUFS-Wert.
Ist ein Titel leiser als das Ziel, hängt das Ergebnis von der Plattform ab. Manche heben nur so weit an, wie es der True Peak zulässt, andere verwenden einen Limiter, wieder andere heben gar nicht an. Zeigt der Rechner einen negativen Headroom, würde die volle Anhebung die Grenze überschreiten. Sie können dann selbst limitieren oder den leiseren Titel bewusst so lassen.
Die Zielwerte der Plattformen ändern sich gelegentlich und hängen teilweise von Einstellungen der Hörer ab. Spotify bietet zum Beispiel die Stufen laut, normal und leise an. Die Werte im Auswahlfeld entsprechen den verbreiteten Standardeinstellungen; prüfen Sie sie bei den Plattformen und wählen Sie bei Bedarf eigene Werte. Für Hörbücher und Podcasts gelten oft eigene Vorgaben der Anbieter.
Messen Sie die integrierte Lautheit immer über den ganzen Titel mit einem Messgerät nach BS.1770, wie es die meisten Audioprogramme mitbringen. Kurzzeit- und Momentanwerte sind für die Normalisierung nicht maßgeblich. Die Umrechnung von Dezibel in Faktoren zeigt auch der Dezibel-Rechner, die Dateigröße des fertigen Masters der Audio-Dateigrößen-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Lautheit gezielt einstellen.
- Integriert: Ganzer Titel.
- True Peak: Unter −1 dBTP.
- Dynamik: Erhalten.
- Plattform: Stand prüfen.
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Häufige Fragen
Welche LUFS braucht ein Song für Spotify?
Spotify normalisiert standardmäßig auf −14 LUFS; lautere Titel werden leiser abgespielt.
Was ist der Unterschied zwischen Peak und True Peak?
Der True Peak berücksichtigt Spitzen zwischen den Samples und kann höher als der Samplepeak sein.
Welchen Lautheitswert verlangt der Rundfunk?
Nach EBU R 128 −23 LUFS mit höchstens −1 dBTP.
Wie messe ich LUFS?
Mit einem Lautheitsmesser nach ITU-R BS.1770, wie ihn die meisten Audioprogramme als Plugin bieten.
Ist ein lauter Master auf Streamingdiensten im Vorteil?
Nein, er wird heruntergeregelt und verliert im Vergleich eher an Dynamik.
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