Wie funktioniert das Leitner-System?
Die Lernkartei nach Sebastian Leitner nutzt einen einfachen Mechanismus: Karteikarten wandern durch mehrere Fächer. Neue Karten beginnen im ersten Fach. Wer eine Karte richtig beantwortet, schiebt sie ein Fach weiter; wer sie falsch beantwortet, legt sie zurück ins erste Fach. Jedes Fach wird in einem größeren Abstand wiederholt als das vorherige.
Dahinter steht die Erkenntnis, dass Wissen dauerhafter hängen bleibt, wenn Wiederholungen zeitlich gestreckt werden, statt alles an einem Abend zu pauken. Man spricht von verteiltem Lernen. Schwierige Karten tauchen dabei häufig auf, bekannte Karten nur noch selten. So konzentriert sich die Lernzeit auf das, was noch nicht sitzt.
Der Rechner plant die Termine für Karten, die jedes Mal gewusst werden. Beim klassischen Schema mit den Abständen 1, 3, 7, 14 und 30 Tagen wird eine Karte nach dem Lerntag fünfmal wiederholt: nach 1, 4, 11, 25 und 55 Tagen. Werden jeden Tag neue Karten hinzugenommen, verschiebt sich das Ende entsprechend nach hinten.
Die Lernkartei sinnvoll einsetzen
Nicht jede Karte wird jedes Mal gewusst. Rechnen Sie deshalb mit mehr Zeit, als der Rechner für den Idealfall zeigt. Je mehr Karten zurück ins erste Fach fallen, desto später ist alles gelernt. Ein Puffer von einigen Wochen vor der Prüfung ist sinnvoll. Ist der Puffer negativ, nehmen Sie mehr Karten pro Tag auf, beginnen früher oder wählen das kompakte Schema.
Schreiben Sie auf jede Karte nur eine Frage und eine knappe Antwort. Komplexe Zusammenhänge lassen sich in mehrere Karten zerlegen. Formulieren Sie Fragen so, dass Sie aktiv eine Antwort erinnern müssen, statt sie nur wiederzuerkennen. Das Abrufen aus dem Gedächtnis ist der eigentliche Lerneffekt.
Die tägliche Last steigt in den ersten Wochen an, weil zu den neuen Karten immer mehr Wiederholungen kommen. Im vollen Betrieb bearbeiten Sie pro Tag die neuen Karten und dazu etwa je eine Wiederholung aus jedem Fach. Bei 20 neuen Karten pro Tag sind das rund 120 Abfragen; bei 30 Sekunden pro Karte etwa eine Stunde.
Lern-Apps setzen oft ähnliche Verfahren ein und passen die Abstände automatisch an, je nachdem wie leicht Ihnen eine Karte fällt. Das Prinzip bleibt gleich. Einen Wochenplan für alle Fächer bis zur Prüfung erstellt der Lernplan-Rechner, die Tage bis zu einem Datum zählt der Tage-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Klug wiederholen.
- Täglich: Dranbleiben.
- Eine Frage: Je Karte.
- Aktiv: Antwort abrufen.
- Puffer: Vor der Prüfung.
Weitere Rechner: Studium & BAföG
Häufige Fragen
Wie viele Fächer hat eine Lernkartei?
Klassisch fünf; jedes Fach wird in größerem Abstand wiederholt als das vorherige.
Was passiert mit falsch beantworteten Karten?
Sie kommen zurück ins erste Fach und durchlaufen die Fächer von vorn.
Wie viele neue Karten pro Tag sind sinnvoll?
Das hängt von Zeit und Stoff ab; 10 bis 30 neue Karten pro Tag sind für viele Lernende gut zu bewältigen.
Ist eine Lern-App besser als Papierkarten?
Beides funktioniert; Apps planen die Abstände automatisch, Papier hilft manchen beim Einprägen.
Wie lange sollte eine Lernsitzung dauern?
Viele kommen mit 20 bis 45 Minuten am Stück gut zurecht.
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- Spaced Repetition
- Wiederholungsintervalle
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