Seillänge und Routenlänge
Beim Sportklettern wird das Seil an der Umlenkung am Ende der Route umgelenkt, und die kletternde Person wird zurück zum Boden abgelassen. Dafür muss das Seil mindestens doppelt so lang sein wie die Route, plus das Stück vom Einstieg bis zum Sicherungsgerät und eine Reserve für Knoten. Ist es zu kurz, rutscht das Seilende durch das Sicherungsgerät, was zu schweren Abstürzen führt.
Beim Abseilen am Doppelstrang wird das Seil zur Hälfte durch den Abseilring gefädelt. Die Abseilstrecke darf deshalb höchstens die halbe Seillänge abzüglich der Endknoten betragen. Beim Abseilen am Einfachstrang, etwa an einem fixierten Seil, genügt die einfache Strecke plus Reserve. Der Rechner berechnet für jede Nutzung die Mindestlänge.
Zusätzlich nennt er die nächste übliche Handelslänge und prüft, ob Ihr vorhandenes Seil ausreicht. Umgekehrt zeigt er, wie lang eine Route mit Ihrem Seil höchstens sein darf. Die Routenlänge ist dabei die Seilstrecke entlang der Route, nicht die senkrechte Höhe. Bei Quergängen oder Überhängen ist sie länger als die Höhe der Wand.
Sicherheitshinweise und Praxis
Machen Sie immer einen Knoten ins freie Seilende, auch in der Halle. Er verhindert, dass das Seil beim Ablassen durch das Sicherungsgerät läuft, wenn die Route länger ist als gedacht. Viele Unfälle beim Ablassen gehen auf zu kurze Seile ohne Endknoten zurück. Der Deutsche Alpenverein weist in seinen Sicherheitsempfehlungen regelmäßig darauf hin.
Neue Seile können durch Gebrauch und Waschen einige Prozent kürzer werden, und beschädigte Enden werden abgeschnitten. Prüfen Sie daher die tatsächliche Länge Ihres Seils, etwa an der Mittelmarkierung, die sich ebenfalls verschieben kann. Bei unklaren Längen im Klettergebiet hilft ein Blick in den Kletterführer, der häufig die nötige Seillänge nennt.
In Kletterhallen sind die Wände meist 12 bis 18 Meter hoch, oft reicht dort ein 35- bis 40-m-Seil. Im Fels sind 60 und 70 m Standard, für lange Sportrouten auch 80 m. Längere Seile sind schwerer, verdrehen leichter und brauchen mehr Zeit beim Aufnehmen, deshalb lohnt es nicht, grundsätzlich das längste Seil zu nehmen.
Der Rechner ersetzt keine Ausbildung. Seil, Sicherungsgerät und Umlenkung müssen zusammenpassen und nach Norm geprüft sein. Herstellerangaben und Normen haben Vorrang, etwa die Angaben zu Durchmesser und Sicherungsgerät. Bei Unsicherheit fragen Sie in der Halle oder bei Ihrer Sektion des Alpenvereins nach.
Tipps und typische Fehler
Seil richtig wählen.
- Endknoten: Immer.
- Führer: Länge prüfen.
- Mitte: Markierung kontrollieren.
- Halle: 35 bis 40 m.
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Häufige Fragen
Welches Seil für die Kletterhalle?
Meist reichen 35 bis 40 Meter. Prüfen Sie die Wandhöhe der Halle; viele schreiben die nötige Seillänge an den Einstieg.
Ist ein 50-Meter-Seil noch sinnvoll?
In vielen Mittelgebirgsgebieten und Hallen ja. Für moderne Sportklettergebiete mit Routen über 25 Meter sind 60 oder 70 Meter üblich.
Warum gehört ein Knoten ins Seilende?
Er verhindert, dass das Seil beim Ablassen oder Abseilen durch das Gerät rutscht, falls es zu kurz ist.
Wie erkenne ich die Seilmitte?
Viele Seile haben eine Mittelmarkierung oder ein Bicolor-Muster; Markierungen können verblassen.
Wann muss ein Kletterseil ausgetauscht werden?
Bei sichtbaren Mantelschäden, nach sehr harten Stürzen oder nach den Fristen des Herstellers.
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