Stand: Gesetzeslage 2026. Gesetzliche Werte ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.
Reicht mein Güllelager?
Gülle darf nicht zu jeder Zeit ausgebracht werden. In den Sperrfristen im Herbst und Winter muss sie im Behälter bleiben. Deshalb schreibt die Düngeverordnung eine Mindestlagerkapazität vor. Der Rechner zeigt, wie viele Monate Ihr Lager bei gleichmäßigem Anfall reicht und wie viel Volumen für die geforderte Dauer nötig ist.
Der monatliche Anfall setzt sich aus drei Teilen zusammen: der Gülle der Tiere, dem Regen, der auf offene Behälter und angeschlossene Flächen fällt, und sonstigen Zuflüssen wie Reinigungswasser. 100 Kühe mit je 20 Kubikmetern im Jahr liefern knapp 167 Kubikmeter im Monat.
Dazu kommen 18,75 Kubikmeter Niederschlag auf 300 Quadratmeter offene Fläche bei 750 Millimetern im Jahr und 5 Kubikmeter sonstige Zuflüsse. Ein Lager mit 1.500 Kubikmetern reicht damit 7,9 Monate. Für sechs Monate wären 1.143 Kubikmeter nötig.
Lagerraum planen
Nach der Düngeverordnung müssen Betriebe flüssige Wirtschaftsdünger in der Regel mindestens sechs Monate lagern können. Betriebe mit mehr als drei Großvieheinheiten je Hektar oder ohne eigene Ausbringungsflächen brauchen Platz für neun Monate. Für Festmist und Kompost gelten eigene Fristen. Prüfen Sie den aktuellen Stand und die Vorgaben Ihres Bundeslandes; Behälter unterliegen zudem dem Anlagenrecht.
Als nutzbares Volumen zählt nur der Raum bis zum Freibord, also dem Sicherheitsabstand zum Behälterrand. Bei offenen Behältern ist der Niederschlag ein erheblicher Posten, in regenreichen Regionen mehr als zehn Prozent des Anfalls. Eine Abdeckung spart Lagerraum und vermindert Ammoniak- und Geruchsemissionen.
Der Gülleanfall je Tier hängt von Leistung, Fütterung, Tränkewasser und Haltungssystem ab. Richtwerte veröffentlichen KTBL und Landwirtschaftskammern, die auch für den Nachweis der Lagerkapazität verwendet werden. Wassersparende Tränken und getrennte Ableitung von sauberem Dachwasser verringern die Menge.
Fehlt Lagerraum, kommen ein zusätzlicher Behälter, eine Abdeckung, ein überbetrieblicher Lagervertrag oder die Abgabe von Gülle in Frage. Die Nährstoffe in der Gülle berechnet der Gülle-Nährstoff-Rechner, den Tierbestand in Großvieheinheiten der Großvieheinheiten-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Lager sichern.
- Freibord: Abziehen.
- Regen: Mitrechnen.
- Abdeckung: Prüfen.
- Nachweis: Bereithalten.
Weitere Rechner: Landwirtschaft
Häufige Fragen
Wie lange muss Gülle gelagert werden können?
In der Regel sechs Monate, unter bestimmten Bedingungen neun Monate.
Zählt Regenwasser zum Lagerbedarf?
Ja, Niederschlag auf offene Behälter und angeschlossene Flächen muss mit eingeplant werden.
Wie viel Gülle macht eine Kuh im Jahr?
Je nach Leistung und Wassereinsatz grob 15 bis 25 m³.
Was ist das Freibord?
Der Sicherheitsabstand zwischen Gülleoberfläche und Behälterrand.
Lohnt sich eine Abdeckung?
Sie spart Lagerraum für Regenwasser und senkt Emissionen.
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Rechtlicher Hinweis: Die Ergebnisse sind Richtwerte für die Planung. Düngeverordnung, Förder- und Tierhaltungsrecht, Wasserrecht und regionale Vorgaben haben Vorrang; verbindliche Berechnungen und Anträge erstellen Sie mit den amtlichen Verfahren und Ihrer Beratung.
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