Wie lange die Haut sich selbst schützt
Die Eigenschutzzeit ist die Zeitspanne, nach der ungeschützte Haut bei einer bestimmten UV-Strahlung beginnt, sich zu röten. Maßgeblich ist die minimale Erythemdosis, kurz MED: die erythemwirksame UV-Dosis, die gerade eine sichtbare Rötung auslöst. Sie ist je nach Hauttyp sehr unterschiedlich. Helle Haut vom Typ I rötet sich schon bei etwa einem Fünftel der Dosis, die dunkle Haut verträgt.
Der UV-Index ist ein international genormtes Maß für die sonnenbrandwirksame Strahlung. Ein Punkt entspricht 25 Milliwatt pro Quadratmeter erythemgewichteter Bestrahlungsstärke. Bei UV-Index 8, wie er in Deutschland im Hochsommer mittags erreicht wird, kommen also 0,2 Watt je Quadratmeter an. Teilt man die MED durch diese Leistung, ergibt sich die Eigenschutzzeit in Sekunden.
Der Lichtschutzfaktor gibt an, um welchen Faktor eine Sonnencreme diese Zeit verlängert, gemessen im Labor mit 2 Milligramm Creme je Quadratzentimeter Haut. Weil im Alltag meist deutlich weniger aufgetragen wird und Schweiß, Wasser und Abrieb die Schutzschicht verringern, raten Dermatologen, nur etwa 60 Prozent der rechnerischen Zeit auszunutzen.
Grenzen des Richtwerts und sinnvoller Schutz
Das Ergebnis ist ein Richtwert für gesunde Erwachsene, keine Garantie. Die MED schwankt auch innerhalb eines Hauttyps erheblich, und die hier hinterlegten Werte sind vorsichtig gewählte Untergrenzen aus der Fachliteratur. Wer seine Empfindlichkeit kennt, kann im Feld für die eigene MED einen anderen Wert eintragen. Bei Hautkrankheiten, Medikamenten mit Lichtempfindlichkeit und für Kinder gilt: ärztlichen Rat einholen und deutlich kürzer in der Sonne bleiben.
Nachcremen erhält den Schutz, verlängert aber die Schutzzeit nicht. Ist die berechnete Zeit verbraucht, hilft nur noch Schatten oder Kleidung. Auch eine bereits gebräunte Haut ist nur wenig besser geschützt, eine Lichtschwiele entspricht etwa einem Lichtschutzfaktor von vier. Die Zeit gilt ab dem ersten Sonnenkontakt des Tages und summiert sich über alle Aufenthalte.
Der UV-Index ändert sich im Tagesverlauf stark. Mittags zwischen etwa 11 und 15 Uhr ist er am höchsten, morgens und abends deutlich niedriger. Im Gebirge steigt er je 1.000 Höhenmeter um rund zehn Prozent, Schnee, Wasser und heller Sand reflektieren zusätzlich. Wolken dämpfen die Strahlung weniger, als man meint. Rechnen Sie daher mit dem Spitzenwert des Tages.
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Schutz ab UV-Index 3 und bei Werten ab 8 möglichst keinen Aufenthalt in der Mittagssonne. Wichtiger als die Zeitrechnung sind Schatten, Kopfbedeckung, Sonnenbrille und körperbedeckende Kleidung. Wie viel Sonnencreme Sie für den ganzen Körper brauchen, zeigt der LSF-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Haut vor UV schützen.
- Mittag: Schatten suchen.
- Menge: Reichlich cremen.
- Kinder: Besonders schützen.
- Kleidung: Hut und Brille.
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Häufige Fragen
Was ist die Eigenschutzzeit der Haut?
Die Zeit, nach der ungeschützte Haut bei einer bestimmten UV-Strahlung beginnt, sich zu röten.
Verlängert Nachcremen die Schutzzeit?
Nein. Nachcremen erhält den Schutz, die rechnerische Höchstzeit bleibt gleich.
Warum nur 60 Prozent der Schutzzeit ausnutzen?
Weil im Alltag weniger Creme aufgetragen wird als im Labor und Schweiß sowie Abrieb den Schutz mindern.
Welchen Hauttyp habe ich?
Typ I und II haben helle Haut und bräunen kaum, Typ III bräunt langsam, Typ IV bis VI haben von Natur aus dunklere Haut.
Schützt Kleidung vor UV-Strahlung?
Ja, dicht gewebte und dunkle Stoffe schützen gut, spezielle UV-Kleidung trägt einen UPF-Wert.
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