So funktioniert die Balling-Methode
Korallen und Kalkalgen bauen ihr Skelett aus Calciumcarbonat auf. Dabei verbrauchen sie Calcium und Hydrogencarbonat aus dem Wasser, in geringerem Umfang auch Magnesium. Ohne Nachdosierung sinken Calcium und Karbonathärte in einem gut wachsenden Riffbecken innerhalb weniger Tage deutlich. Die nach Hans-Werner Balling benannte Methode ersetzt diese Stoffe mit getrennten Lösungen.
Lösung eins enthält Calciumchlorid, Lösung zwei Natriumhydrogencarbonat für die Karbonathärte, Lösung drei Magnesiumchlorid. Ergänzt wird meist ein natriumchloridfreies Salz, damit das Ionenverhältnis im Wasser langfristig stimmt. Wie viel von jeder Lösung nötig ist, hängt vom Verbrauch ab, den Sie über mehrere Tage messen, und vom Wasservolumen.
Der Rechner rechnet über den Gehalt der Lösungen. Calciumchlorid-Dihydrat besteht zu 27,3 Prozent aus Calcium, Magnesiumchlorid-Hexahydrat zu 12,0 Prozent aus Magnesium. 84 Gramm Natron enthalten genau ein Mol Hydrogencarbonat. Daraus ergibt sich, wie viele Milligramm oder Millimol ein Milliliter Lösung ins Becken bringt, und damit die Tagesdosis.
Verbrauch messen und Dosis anpassen
Ermitteln Sie den Verbrauch über mindestens drei bis sieben Tage ohne Dosierung oder bei bekannter Dosis. Teilen Sie den Rückgang durch die Anzahl der Tage. Tests mit Messfehlern von einigen Prozent verfälschen kurze Messreihen stark; längere Zeiträume liefern bessere Werte. Wasserwechsel bringen ebenfalls Calcium und Karbonathärte, deshalb sollten Sie diese Tage in der Messung berücksichtigen.
Stöchiometrisch verbraucht der Kalkaufbau je Grad Karbonathärte etwa 7,1 Milligramm Calcium je Liter. Der Rechner zeigt diesen Wert zum Vergleich. Weicht Ihr gemessener Calciumverbrauch stark davon ab, liegt das oft an Messfehlern, an Ausfällungen oder an Kalkreaktoren und anderen Zusätzen, die parallel laufen. Dann lohnt sich eine Kontrolle der Messmethode.
Erhöhen Sie neue Dosierungen schrittweise über einige Tage und messen Sie regelmäßig. Verteilen Sie die Tagesmenge möglichst über viele kleine Gaben, etwa mit einer Dosierpumpe, und geben Sie Calcium- und KH-Lösung an unterschiedlichen Stellen oder zeitversetzt zu, damit kein Kalk ausfällt. Bei Fertiglösungen gelten die Angaben des Herstellers zur Konzentration.
Beim Ansetzen der Lösungen sollten Sie Handschuhe und Schutzbrille tragen und Osmosewasser verwenden. Calciumchlorid erwärmt sich beim Lösen spürbar. Bewahren Sie die Kanister beschriftet und für Kinder unzugänglich auf. Den Salzgehalt des Beckens prüfen Sie mit dem Meerwasser-Salinität-Rechner, die Verdunstung mit dem Verdunstungs-Rechner für Aquarien.
Tipps und typische Fehler
Balling sauber führen.
- Verbrauch: Über Tage messen.
- Getrennt: Lösungen nicht mischen.
- Klein dosieren: Per Pumpe.
- Schutz: Handschuhe beim Ansetzen.
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Häufige Fragen
Was ist die Balling-Methode?
Ein Verfahren, bei dem Calcium, Karbonathärte und Magnesium mit drei getrennten Lösungen nach Verbrauch ersetzt werden.
Warum darf Natron nicht stärker als 96 g/l angesetzt werden?
Mehr Natron löst sich bei Zimmertemperatur nicht vollständig, die Konzentration wäre dann falsch.
Wie oft sollte ich die Dosis anpassen?
Nach jeder Messreihe, mindestens alle ein bis zwei Wochen, weil der Verbrauch mit dem Korallenwachstum steigt.
Wozu dient das natriumchloridfreie Salz?
Es gleicht die Ionenbilanz aus, die sich durch Chlorid und Natrium aus den Lösungen verschiebt.
Dürfen Calcium- und KH-Lösung gleichzeitig dosiert werden?
Besser zeitversetzt oder an verschiedenen Stellen, sonst kann Kalk ausfallen.
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