Wie viel Salz für ein Grad mehr Härte?
Weiches Leitungswasser oder Osmosewasser reicht für viele Fische und Pflanzen nicht aus. Malawi- und Tanganjikabuntbarsche, Lebendgebärende oder Garnelen wie Neocaridina brauchen deutlich mehr Härte. Auch für einen stabilen pH-Wert ist eine gewisse Karbonathärte wichtig, weil Hydrogencarbonat Säuren abpuffert. Wer nachhärtet, muss daher wissen, wie viel Salz zu welcher Erhöhung führt.
Der Rechner trennt die beiden Härtearten sauber. Natron, also Natriumhydrogencarbonat, hebt nur die Karbonathärte und lässt die Gesamthärte unverändert. Calciumsulfat in Form von Gips und Magnesiumsulfat in Form von Bittersalz erhöhen dagegen nur die Gesamthärte. So lassen sich KH und GH unabhängig voneinander einstellen, was mit vielen Fertigmischungen nicht möglich ist.
Grundlage ist die Definition der deutschen Härte: Ein Grad entspricht 10 Milligramm Calciumoxid je Liter, also 0,1783 Millimol Erdalkali-Ionen. Für ein Grad Karbonathärte braucht es die doppelte Stoffmenge Hydrogencarbonat. Aus den Molmassen der Salze ergeben sich daraus feste Mengen je Liter und Grad, die der Rechner mit dem Volumen multipliziert.
Praktische Hinweise zum Aufhärten
Lösen Sie die Salze zuerst in einem Gefäß mit Beckenwasser auf und geben Sie die Lösung dann an einer gut durchströmten Stelle ins Aquarium. Gips löst sich nur langsam und nur bis etwa 2 Gramm je Liter. Rühren Sie deshalb kräftig und rechnen Sie mit einer leichten Trübung, die nach kurzer Zeit verschwindet.
Messen Sie nach jeder Zugabe mit einem Tropfentest nach. Die tatsächliche Erhöhung kann abweichen, weil Bodengrund, Gestein und Pflanzen Härte aufnehmen oder abgeben. Kalkhaltige Steine und Muschelkalk härten zusätzlich auf, Wurzeln und Torf senken die Karbonathärte. Der Rechner liefert deshalb einen Startwert, keine Garantie für das Messergebnis.
Natron bringt Natrium ins Wasser. Für die meisten Süßwasserbecken ist das bei wenigen Grad unkritisch, bei sehr großen Erhöhungen sollten Sie aber über Alternativen nachdenken. Fertige Aufhärtesalze für Garnelen oder Osmosewasser enthalten meist eine Mischung aus Calcium-, Magnesium- und Kaliumsalzen. Für solche Produkte gelten immer die Dosierangaben des Herstellers, nicht die Werte dieses Rechners.
Härten Sie beim Wasserwechsel am besten gleich das frische Wasser auf, damit sich die Werte im Becken nicht sprunghaft ändern. Wie Sie Osmose- und Leitungswasser mischen, zeigt der Osmosewasser-Verschnitt-Rechner. Ihre gemessene Härte in andere Einheiten umrechnen können Sie mit dem Wasserhärte-Rechner. Verwenden Sie nur reine Salze ohne Zusätze wie Rieselhilfen oder Jod.
Tipps und typische Fehler
Härte sicher anheben.
- Langsam: 1 bis 2 Grad pro Tag.
- Vorlösen: In Beckenwasser.
- Nachmessen: Nach jeder Gabe.
- Reinsalze: Ohne Zusätze.
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Häufige Fragen
Erhöht Natron auch die Gesamthärte?
Nein, Natron erhöht nur die Karbonathärte. Für die Gesamthärte braucht es Calcium- oder Magnesiumsalze.
Wie schnell darf ich die Härte erhöhen?
Als schonend gelten etwa 1 bis 2 Grad pro Tag, bei empfindlichen Tieren weniger.
Warum zeigt mein Test weniger als berechnet?
Bodengrund, Pflanzen und Dekoration können Härte binden. Messen Sie nach und dosieren Sie gegebenenfalls nach.
Kann ich Backpulver statt Natron nehmen?
Nein, Backpulver enthält Säuerungsmittel und Stärke; nur reines Natriumhydrogencarbonat verwenden.
Welches Verhältnis von Calcium zu Magnesium ist üblich?
Häufig etwa 3 bis 4 zu 1, je nach Besatz und Pflanzen.
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