Wozu das Ausdehnungsgefäß dient
Wasser dehnt sich beim Erwärmen aus. In einer geschlossenen Heizungsanlage würde der Druck ohne Ausgleich schnell steigen und das Sicherheitsventil öffnen. Das Membran-Ausdehnungsgefäß, kurz MAG, nimmt das zusätzliche Volumen auf. Es ist durch eine Membran in einen Wasser- und einen Gasraum geteilt; das Gaspolster wird beim Aufheizen zusammengedrückt und gibt das Wasser beim Abkühlen zurück.
Die Auslegung folgt DIN EN 12828 und der VDI-Richtlinie 4708 Blatt 1. Zuerst wird das Ausdehnungsvolumen aus Anlageninhalt und Ausdehnungskoeffizient bestimmt. Der Rechner ermittelt den Koeffizienten aus der Dichte von Wasser zwischen 10 Grad Fülltemperatur und der höchsten Vorlauftemperatur. Hinzu kommt eine Wasservorlage von 0,5 Prozent des Anlageninhalts, mindestens 3 Liter, die kleine Verluste ausgleicht.
Der Vordruck des Gefäßes entspricht der statischen Höhe plus einem Zuschlag von meist 0,2 bar, damit am höchsten Punkt kein Unterdruck entsteht und keine Luft eindringt. Der Enddruck liegt 0,5 bar unter dem Ansprechdruck des Sicherheitsventils. Aus dem Verhältnis dieser Drücke ergibt sich, wie groß das Gefäß sein muss, damit das Gaspolster das Wasser aufnehmen kann.
Einbau, Vordruck und Wartung
Der Vordruck des Gefäßes muss vor dem Befüllen der Anlage eingestellt werden, im drucklosen Zustand auf der Wasserseite. Ab Werk sind Gefäße oft auf 1,5 bar vorgefüllt, was für Einfamilienhäuser mit geringer statischer Höhe zu viel sein kann. Ist der Vordruck zu hoch, nimmt das Gefäß kaum Wasser auf; ist er zu niedrig, fehlt beim Abkühlen die Vorlage.
Der Fülldruck der kalten Anlage sollte etwa 0,3 bar über dem Vordruck liegen. Dann ist die Wasservorlage im Gefäß vorhanden. Fällt der Anlagendruck regelmäßig ab, ist häufig das Gaspolster entwichen oder die Membran defekt. Hersteller empfehlen deshalb eine jährliche Prüfung des Vordrucks im Rahmen der Heizungswartung, mit Kappenventil zur Absperrung.
Bei Wärmepumpen und Fußbodenheizungen sind die Temperaturen niedriger, das Ausdehnungsvolumen kleiner. Dafür ist der Wasserinhalt oft größer, etwa durch Pufferspeicher, die unbedingt mitgezählt werden müssen. Bei Frostschutzmitteln wie Glykol ist der Ausdehnungskoeffizient höher als bei Wasser; dafür sollten Sie die Auslegungssoftware des Herstellers nutzen.
Wählen Sie im Zweifel die nächstgrößere Gefäßgröße, denn ein etwas zu großes Gefäß schadet nicht. Wer den Wasserinhalt nicht kennt, kann ihn beim Befüllen mit einer Wasseruhr messen oder aus Herstellerangaben zu Kessel, Heizkörpern und Rohrleitungen zusammenrechnen. Für die Trinkwassererwärmung gelten eigene Gefäße mit anderer Auslegung.
Tipps und typische Fehler
Druck halten.
- Vordruck: Vor dem Füllen.
- Puffer: Mitzählen.
- Wartung: Jährlich.
- Größe: Aufrunden.
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Häufige Fragen
Welchen Vordruck braucht das Ausdehnungsgefäß?
Statische Höhe in Metern geteilt durch 10 plus 0,2 bar, aber mindestens etwa 0,7 bar.
Wie groß muss das Ausdehnungsgefäß für ein Einfamilienhaus sein?
Häufig 18 bis 35 Liter, abhängig von Wasserinhalt, Temperatur und Gebäudehöhe.
Woran erkenne ich ein defektes Ausdehnungsgefäß?
Der Anlagendruck schwankt stark oder fällt ab, und das Sicherheitsventil tropft beim Aufheizen.
Wie prüfe ich den Vordruck?
Gefäß wasserseitig absperren und entleeren, dann am Gasventil mit einem Reifendruckprüfer messen.
Muss der Pufferspeicher mitgerechnet werden?
Ja, sein Inhalt gehört zum Anlagenvolumen und erhöht das Ausdehnungsvolumen deutlich.
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