Haushalt & Energie

Volumenstrom für den hydraulischen Abgleich berechnen

Tragen Sie die Heizlast des Raums, Vor- und Rücklauftemperatur und die Zahl der Heizkörper ein. Der Rechner nennt den Volumenstrom, auf den jedes Thermostatventil eingestellt werden sollte.

Raum und Heizkreis
Aus der Heizlastberechnung nach DIN EN 12831.
Kupfer 12 × 1 mm hat 10 mm innen, 15 × 1 mm hat 13 mm.
Ergebnis

Warum der Volumenstrom entscheidet

Ein Heizkörper gibt nur dann die geplante Wärme ab, wenn genau so viel Heizwasser durch ihn fließt, wie der Raum braucht. Ohne Abgleich nimmt das Wasser den Weg des geringsten Widerstands: Heizkörper nahe an der Pumpe werden überversorgt und rauschen, entfernte Räume bleiben kühl. Viele Hausbesitzer drehen dann die Pumpe oder die Vorlauftemperatur hoch, was Strom und Brennstoff kostet.

Beim hydraulischen Abgleich wird deshalb für jeden Heizkörper ein Soll-Volumenstrom bestimmt und am voreinstellbaren Thermostatventil oder an der Rücklaufverschraubung begrenzt. Grundlage sind zwei Größen: die Heizlast des Raums in Watt und die Spreizung, also der Temperaturunterschied zwischen Vorlauf und Rücklauf. Je kleiner die Spreizung, desto mehr Wasser muss für dieselbe Wärme fließen.

Der Rechner teilt die Heizlast durch die Wärmekapazität des Wassers und die Spreizung. Gibt es mehrere Heizkörper im Raum, verteilt er den Strom gleichmäßig. Zusätzlich schätzt er die Fließgeschwindigkeit im Anschlussrohr: Über etwa 0,5 Meter pro Sekunde treten häufig Fließgeräusche auf, das Rohr ist dann für den Strom eher zu klein.

Volumenstrom (l / h)=Heizlast (W)⋅3.6004.190 J / (kg⋅K)×Spreizung (K); Geschwindigkeit=VolumenstromRohrquerschnitt\text{Volumenstrom}\,\left(l\,/\,h\right) = \frac{\text{Heizlast}\,\left(W\right) \cdot 3.600}{4.190\,J\,/\,\left(\text{kg} \cdot K\right) \times \text{Spreizung}\,\left(K\right)};\ \text{Geschwindigkeit} = \frac{\text{Volumenstrom}}{\text{Rohrquerschnitt}}

Beispiel: Ein Wohnzimmer hat eine Heizlast von 1.200 W und einen Heizkörper, das System läuft mit 55 °C Vorlauf und 45 °C Rücklauf. Bei 10 K Spreizung ergeben sich 103,1 Liter pro Stunde oder 1,72 Liter pro Minute. Im Kupferrohr mit 10 mm Innendurchmesser fließt das Wasser mit etwa 0,36 m/s, das liegt im üblichen Bereich.

Vom Volumenstrom zur Ventileinstellung

Mit dem berechneten Volumenstrom gehen Sie in das Einstelldiagramm des Ventilherstellers. Dort ist für jede Voreinstellstufe angegeben, wie viel Wasser bei einem bestimmten Differenzdruck durchfließt. Üblich ist eine Auslegung auf 50 bis 100 Millibar Druckverlust am Ventil. Ältere Ventile ohne Voreinstellung müssen für einen echten Abgleich meist gegen voreinstellbare Ventileinsätze getauscht werden.

Die Spreizung hängt vom Wärmeerzeuger ab. Brennwertkessel arbeiten am effizientesten mit niedrigen Rücklauftemperaturen und vertragen 10 bis 20 K. Wärmepumpen brauchen dagegen niedrige Vorlauftemperaturen und laufen oft mit nur 5 bis 7 K Spreizung, was deutlich größere Volumenströme bedeutet. Prüfen Sie dann, ob Heizkörper und Rohre dafür ausreichen, etwa mit dem Heizkörper-Leistungs-Rechner.

Nach dem Einstellen der Ventile wird die Umwälzpumpe auf den neuen, meist geringeren Bedarf angepasst. Moderne Hocheffizienzpumpen regeln mit konstantem oder proportionalem Differenzdruck; die Förderhöhe richtet sich nach dem ungünstigsten Strang. Eine zu stark eingestellte Pumpe macht den Abgleich teilweise wieder zunichte.

Für Förderprogramme und bei Heizungstausch wird ein Abgleich nach Verfahren B mit raumweiser Heizlastberechnung verlangt, durchgeführt und bestätigt von einem Fachbetrieb. Welche Nachweise im Einzelfall gelten, ändert sich mit den Förderrichtlinien; den Stand sollten Sie vor dem Antrag prüfen. Dieser Rechner hilft beim Verständnis und bei der Plausibilitätskontrolle, ersetzt aber nicht die Fachplanung.

Tipps und typische Fehler

Abgleich gelingt.

  • Heizlast: Raumweise ermitteln.
  • Ventile: Voreinstellbar tauschen.
  • Pumpe: Danach anpassen.
  • Förderung: Nachweis vom Fachbetrieb.

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Häufige Fragen

Welche Spreizung ist bei einer Wärmepumpe üblich?

Häufig 5 bis 7 K, bei gut dimensionierten Heizkörpern auch bis 10 K.

Was passiert ohne hydraulischen Abgleich?

Einzelne Räume werden über-, andere unterversorgt, die Pumpe läuft oft zu stark und die Heizung verbraucht mehr Energie.

Woher bekomme ich die Heizlast eines Raums?

Aus einer Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, die Energieberater oder Heizungsbauer erstellen.

Wie erkenne ich, dass ein Abgleich fehlt?

Typisch sind rauschende Ventile, ungleich warme Räume und Heizkörper, die oben heiß und unten kalt sind.

Brauche ich voreinstellbare Ventile?

Ja, oder einstellbare Rücklaufverschraubungen; ohne Drosselmöglichkeit lässt sich kein Volumenstrom vorgeben.

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