Wie vergleicht man Bleiben und Gehen?
Ein Aufhebungsvertrag beendet das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen. Der Arbeitgeber zahlt dafür meist eine Abfindung. Ob sich das für Sie lohnt, hängt davon ab, wie lange das Arbeitsverhältnis sonst noch gedauert hätte und wie schnell Sie wieder Arbeit finden.
Der Rechner stellt zwei Wege gegenüber. Beim Bleiben verdienen Sie bis zum Vertragsende Ihr bisheriges Netto. Beim Gehen erhalten Sie die Abfindung nach Abzug von Steuern und danach, nach einer Pause, das Gehalt aus dem neuen Job für die restliche Zeit.
Aus dem Unterschied ergibt sich die Break-even-Abfindung. Das ist die Summe, ab der der Aufhebungsvertrag Sie finanziell nicht schlechter stellt als das Bleiben. Alles darüber ist ein Gewinn, alles darunter bedeutet, dass Sie draufzahlen.
Was die Rechnung nicht zeigt
Nicht eingerechnet sind Arbeitslosengeld und Sperrzeit. Wer den Aufhebungsvertrag ohne wichtigen Grund unterschreibt, riskiert eine Sperrzeit von zwölf Wochen und verliert Ansprüche. Das lässt sich oft vermeiden, wenn der Vertrag bestimmte Formulierungen enthält.
Weiche Faktoren zählen ebenfalls: Sicherheit, Betriebsklima, Entwicklungschancen und die Frage, wie gut Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind. Eine Abfindung kann ein Puffer sein, ersetzt aber keinen guten Job. Rechnen Sie daher auch mit einer längeren Pause, um Ihr Risiko zu sehen.
Prüfen Sie im Vertrag, wie mit Resturlaub, Überstunden, Boni, Dienstwagen und Zeugnis umgegangen wird, und ob Sie freigestellt werden. Unterschreiben Sie nie unter Zeitdruck. Sie dürfen den Vertrag mitnehmen und prüfen lassen. Die Berechnung ist eine Orientierung und keine Rechts- oder Steuerberatung.
Rechnen Sie am besten mehrere Szenarien durch, etwa mit einer kurzen und einer langen Pause bis zum neuen Job. Wenn der Vorteil schon bei einer langen Pause positiv bleibt, ist der Vertrag auf der sicheren Seite. Kippt er ins Minus, sollten Sie nachverhandeln oder das Arbeitsverhältnis fortsetzen.
Tipps und typische Fehler
Vertrag sauber prüfen.
- Bedenkzeit: Nicht unter Druck unterschreiben.
- Sperrzeit: Vorher klären.
- Nebenpunkte: Urlaub, Zeugnis, Freistellung regeln.
- Pause einplanen: Auch mit längerer Jobsuche rechnen.
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Häufige Fragen
Lohnt sich ein Aufhebungsvertrag?
Wenn die Abfindung nach Steuern höher ist als der Verdienst, den Sie sonst bis zum Vertragsende bekämen, abzüglich neuem Einkommen.
Droht eine Sperrzeit?
Ohne wichtigen Grund ja. Lassen Sie den Vertrag vor der Unterschrift prüfen, um sie zu vermeiden.
Wie viel Steuer fällt an?
Die Abfindung ist steuerpflichtig, aber sozialabgabenfrei. Die Fünftelregelung kann die Steuer senken.
Sollte ich einen Aufhebungsvertrag unterschreiben?
Nur nach Prüfung von Abfindung, Sperrzeit und Alternativen. Lassen Sie ihn rechtlich prüfen.
Was ist die Break-even-Abfindung?
Die Summe, ab der Gehen finanziell nicht schlechter ist als Bleiben.
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