Wie eine Ahnentafel nummeriert wird
Eine Ahnentafel geht von einer Person aus und führt alle ihre Vorfahren auf. In jeder Generation verdoppelt sich die Zahl der Plätze: zwei Eltern, vier Großeltern, acht Urgroßeltern. Zehn Generationen zurück, also etwa im 17. Jahrhundert, stehen bereits 1.024 Plätze in der Tafel. Für die Planung von Archivrecherchen ist diese Zahl ein nützlicher Anhaltspunkt.
Damit jede Person eindeutig zu finden ist, verwenden Familienforscher seit über hundert Jahren die Nummerierung nach Stephan Kekulé von Stradonitz. Die Ausgangsperson erhält die Nummer 1. Der Vater einer Person hat die doppelte Nummer, die Mutter die doppelte Nummer plus eins. Männer tragen deshalb gerade, Frauen ungerade Nummern, mit Ausnahme der Nummer 1.
Der Rechner gibt für die gewählte Generation die Zahl der Vorfahren, die Summe aller Ahnen bis dorthin und den Nummernbereich an. Aus Geburtsjahr und Generationenabstand schätzt er außerdem, wann diese Vorfahren ungefähr geboren wurden. Die Unsicherheit wächst mit jeder Generation, daher wird die Spanne mit der Generationenzahl multipliziert.
Ahnenschwund, alte Begriffe und Grenzen der Schätzung
Rechnerisch hätte jeder Mensch vor 30 Generationen über eine Milliarde Vorfahren, mehr als damals auf der Erde lebten. Die Lösung heißt Ahnenschwund oder Implex: Durch Ehen zwischen entfernt Verwandten taucht dieselbe Person an mehreren Stellen der Ahnentafel auf. Sie erhält dann mehrere Kekulé-Nummern. Die berechnete Zahl ist deshalb eine Obergrenze für die Plätze, nicht für verschiedene Menschen.
In älteren Kirchenbüchern und genealogischen Werken finden Sie für die fernen Generationen eigene Bezeichnungen. Nach den Urgroßeltern folgen Alteltern, Altgroßeltern und Alturgroßeltern, danach Obereltern und Stammeltern. Der Rechner nennt diese Begriffe bis zur zwölften Generation zusätzlich zur heute üblichen Zählweise mit der Vorsilbe Ur.
Der Generationenabstand ist kein fester Wert. Er schwankt nach Epoche, Region und Linie. Väter waren im Mittel einige Jahre älter als Mütter, und in Familien mit vielen Kindern konnte der Abstand zum jüngsten Kind über 40 Jahre betragen. Der geschätzte Zeitraum dient daher nur zur Orientierung, welche Kirchenbücher oder Register infrage kommen.
Bei der Suche selbst helfen Kirchenbücher, Standesamtsregister ab 1876, Ortsfamilienbücher und Datenbanken genealogischer Vereine. Notieren Sie zu jeder Person die Kekulé-Nummer, dann bleibt auch eine große Sammlung übersichtlich. Für Altersberechnungen aus Geburts- und Sterbedaten eignet sich der Altersrechner.
Tipps und typische Fehler
Ahnenforschung ordnen.
- Nummern: Kekulé konsequent nutzen.
- Quellen: Je Person notieren.
- Doppelte: Implex markieren.
- Zeitraum: Register eingrenzen.
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Häufige Fragen
Wie viele Vorfahren habe ich in der zehnten Generation?
Rechnerisch 1.024, durch Ahnenschwund sind es in der Praxis meist weniger verschiedene Personen.
Welche Nummer hat meine Großmutter väterlicherseits?
Die Nummer 5. Der Vater hat die 2, dessen Mutter 2 × 2 + 1.
Warum haben Frauen in der Ahnentafel ungerade Nummern?
Weil die Mutter einer Person immer die doppelte Nummer plus eins erhält.
Was ist Ahnenschwund?
Wenn dieselbe Person durch Verwandtenehen mehrfach in der Ahnentafel vorkommt, sinkt die Zahl verschiedener Vorfahren.
Was ist der Unterschied zwischen Ahnentafel und Stammbaum?
Die Ahnentafel zeigt alle Vorfahren einer Person, der Stammbaum alle Nachkommen eines Paares.
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