Wie lange hält die USV durch?
Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung überbrückt kurze Stromausfälle und gibt Computern, NAS-Systemen oder Routern Zeit, sauber herunterzufahren. Wie lange das gelingt, hängt von der im Akku gespeicherten Energie und der Leistung der angeschlossenen Geräte ab. Herstellerangaben nennen oft nur Volllast und Halblast; für Ihre tatsächliche Last hilft dieser Rechner bei der Abschätzung.
Die gespeicherte Energie in Wattstunden ergibt sich aus Spannung mal Kapazität, multipliziert mit der Zahl der Akkus. Typische kleine Geräte enthalten zwei Bleiakkus mit 12 Volt und 7 bis 9 Amperestunden. Nicht alles davon kommt bei den Geräten an: Der Wechselrichter wandelt die Gleichspannung mit Verlusten in Wechselspannung um, und die USV schaltet ab, bevor der Akku ganz leer ist.
Beide Verluste können Sie als Wirkungsgrad und nutzbare Entladetiefe anpassen. Die Auslastung zeigt, ob die USV für die Last überhaupt ausreicht. Liegt sie über 100 Prozent, schaltet das Gerät bei Stromausfall meist sofort ab. Zusätzlich nennt der Rechner, welche Last die USV noch 15 Minuten lang tragen könnte.
Warum die Praxis oft kürzer ist
Die Rechnung ist eine obere Schätzung. Bleiakkus geben bei hohem Entladestrom deutlich weniger Energie ab als bei der Nennbedingung, meist einer Entladung über 20 Stunden. Dieser Peukert-Effekt sorgt dafür, dass eine USV unter Volllast oft nur ein Drittel bis die Hälfte der rechnerischen Zeit schafft. Bei geringer Last stimmt die Schätzung besser.
Akkus altern. Nach drei bis fünf Jahren haben Bleiakkus in USV-Geräten häufig nur noch einen Teil ihrer ursprünglichen Kapazität, besonders bei warmer Umgebung. Viele Geräte bieten einen Selbsttest, der die tatsächliche Laufzeit misst. Ein Akkutausch ist meist günstiger als eine neue USV; achten Sie auf identische Spannung und Bauform.
Bei der Leistung lohnt ein genauer Blick. USV-Geräte werden oft in VA verkauft, die Wirkleistung in Watt liegt darunter, typischerweise bei 60 Prozent. Messen Sie die Last Ihrer Geräte mit einem Steckdosen-Messgerät, statt die Netzteilangaben zu addieren. Ein PC mit 650-Watt-Netzteil zieht im Alltag meist nur einen Bruchteil davon.
Für die Planung genügt bei Heimservern oft eine Überbrückung von fünf bis zehn Minuten, wenn die Software der USV das System automatisch herunterfährt. Längere Laufzeiten lohnen sich vor allem für Router und Telefonanlagen. Wie viel Speicherplatz Ihr NAS bietet, berechnet der RAID-Rechner, die Laufzeit kleiner Akkugeräte der Akkulaufzeit-Rechner.
Tipps und typische Fehler
USV richtig nutzen.
- Messen: Last ermitteln.
- Software: Automatisch herunterfahren.
- Akkus: Regelmäßig testen.
- Watt: Nicht VA vergleichen.
Weitere Rechner: Alltag
Häufige Fragen
Wie viele Minuten hält eine USV mit 150 Watt Last?
Mit zwei 12-V-Akkus zu 9 Ah rechnerisch knapp eine Stunde, in der Praxis oft weniger.
Was ist der Unterschied zwischen VA und Watt?
VA ist die Scheinleistung; die nutzbare Wirkleistung in Watt liegt meist bei 60 bis 90 Prozent davon.
Wann sollte ich die USV-Akkus tauschen?
Häufig nach drei bis fünf Jahren oder wenn der Selbsttest eine stark verkürzte Laufzeit meldet.
Welche USV-Größe brauche ich?
Etwa die gemessene Last plus 30 bis 50 Prozent Reserve in Watt.
Was ist eine Line-Interactive-USV?
Eine Bauart, die Spannungsschwankungen ausgleicht und bei Ausfall schnell auf Akku umschaltet.
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