Was von der Rohkapazität übrig bleibt
Ein RAID fasst mehrere Festplatten zu einem Laufwerk zusammen. Je nach Level steht dabei mehr Tempo, mehr Ausfallsicherheit oder beides im Vordergrund. Der Preis für die Sicherheit ist Speicherplatz: Ein Teil der Platten speichert Kopien oder Paritätsdaten, aus denen sich die Inhalte einer ausgefallenen Platte wiederherstellen lassen.
RAID 0 verteilt die Daten ohne jede Redundanz und nutzt die volle Kapazität, verliert aber alles, sobald eine Platte ausfällt. RAID 1 spiegelt die Daten, nutzbar ist nur eine Platte. RAID 5 opfert die Kapazität einer Platte für Parität, RAID 6 die von zweien. RAID 10 bildet Spiegelpaare und verteilt die Daten über diese Paare, nutzbar ist die Hälfte.
Zusätzlich zeigt der Rechner die Kapazität in TiB. Festplattenhersteller rechnen mit 1 TB = 1.000.000.000.000 Byte, viele Betriebssysteme und NAS-Oberflächen dagegen in Zweierpotenzen. Aus 24 TB werden dort rund 21,8 TiB. Das ist kein Fehler des RAIDs, sondern nur eine andere Einheit, die man beim Planen kennen sollte.
Das passende Level wählen
Für ein Heim-NAS mit zwei Schächten ist RAID 1 die übliche Wahl. Ab vier Platten ist RAID 5 verbreitet, weil es viel Platz bei einfacher Redundanz bietet. Bei großen Platten ab etwa 8 TB empfehlen viele Fachleute inzwischen RAID 6: Der Neuaufbau nach einem Ausfall dauert oft mehr als einen Tag, und in dieser Zeit wäre ein zweiter Defekt bei RAID 5 fatal.
RAID 10 eignet sich für Datenbanken und virtuelle Maschinen, die viele kleine Schreibzugriffe erzeugen. Die Schreibzugriffe je Schreibvorgang im Ergebnis zeigen den Grund: Bei RAID 5 löst jeder zufällige Schreibvorgang vier Plattenoperationen aus, bei RAID 6 sechs, bei RAID 10 nur zwei. Beim Lesen und bei großen, fortlaufenden Dateien fällt der Unterschied deutlich geringer aus.
Systeme wie Synology SHR, ZFS mit RAID-Z oder Btrfs arbeiten nach ähnlichen Prinzipien, können aber unterschiedlich große Platten besser ausnutzen. RAID-Z1 entspricht in der Kapazität etwa RAID 5, RAID-Z2 etwa RAID 6. Vom Ergebnis gehen außerdem einige Prozent für Dateisystem, Metadaten und Reserve ab.
Ein RAID schützt nur vor dem Ausfall einzelner Platten. Gegen versehentliches Löschen, Verschlüsselungstrojaner, Überspannung oder Diebstahl hilft es nicht. Eine Sicherung auf einem getrennten Datenträger, idealerweise mit einer Kopie außer Haus, bleibt unverzichtbar. Wie lange das NAS bei Stromausfall weiterläuft, zeigt der USV-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Speicher planen.
- Gleiche Platten: Größe und Typ.
- NAS-Platten: Für Dauerbetrieb.
- RAID 6: Bei großen Platten.
- Backup: Zusätzlich nötig.
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Häufige Fragen
Wie viel Platz bleibt bei RAID 5?
Die Kapazität aller Platten minus einer Platte, bei vier Platten also drei Viertel.
Warum zeigt mein NAS weniger TB an?
Es rechnet in TiB mit Zweierpotenzen; 1 TB entspricht etwa 0,91 TiB.
Ist RAID ein Backup?
Nein, RAID schützt nur gegen Plattenausfall, nicht gegen Löschen, Schadsoftware oder Brand.
Wie viele Platten braucht RAID 6?
Mindestens vier.
Kann ich ein RAID später erweitern?
Bei vielen NAS-Systemen ja, durch Austausch oder Hinzufügen von Platten; vorher sichern.
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