So funktioniert das WebPA-Verfahren
Bei Gruppenarbeiten bekommen oft alle dieselbe Note, obwohl die Beiträge unterschiedlich waren. Peer-Bewertung verteilt die Gruppennote nach der Einschätzung der Gruppe selbst. Ein verbreitetes Verfahren ist WebPA, entwickelt an der Loughborough University. Es ist robust gegen unterschiedlich strenge Bewertende, weil jede Bewertung zuerst normiert wird.
Jede Person verteilt Punkte an die anderen. Der Rechner teilt jeden Wert durch die Summe der Zeile, sodass jede bewertende Person genau einen Anteil von 1 vergibt. Die Anteile, die eine Person von allen erhält, ergeben ihren WebPA-Faktor. Haben alle gleich gut beigetragen, liegt jeder Faktor bei 1. Fehlt eine Bewertung, werden die Faktoren mit der Zahl der Mitglieder geteilt durch die Zahl der Abgaben hochgerechnet.
Die Einzelnote setzt sich aus einem festen Teil und einem beweglichen Teil zusammen. Mit der Gewichtung legen Sie fest, wie stark der Faktor wirkt. Bei 50 Prozent bleibt die Hälfte der Gruppennote für alle gleich, die andere Hälfte wird mit dem Faktor multipliziert.
Hinweise für Lehrende und Studierende
Legen Sie Kriterien vorher offen, etwa Beteiligung an Treffen, Qualität der Beiträge, Zuverlässigkeit und Zusammenarbeit. Die Bewertung sollte anonym gegenüber den anderen Gruppenmitgliedern abgegeben werden, damit niemand unter Druck gerät. Die Punkteskala ist frei wählbar, weil das Verfahren ohnehin normiert.
Ob die Selbstbewertung mitzählt, ist eine Grundsatzfrage. Ohne Selbstbewertung kann niemand sich selbst hochstufen; mit ihr fließt die eigene Einschätzung ein, was die Reflexion fördert. Im Rechner können Sie beide Varianten vergleichen. Bei kleinen Gruppen von zwei Personen ist das Verfahren ohne Selbstbewertung wenig aussagekräftig.
Die Gewichtung sollte zur Lehrveranstaltung passen. Werte zwischen 25 und 50 Prozent sind verbreitet. Hohe Gewichtungen verstärken Unterschiede, und Einzelnoten können die Höchstpunktzahl erreichen; der Rechner kappt sie dort. Prüfen Sie die Ergebnisse auf Auffälligkeiten wie Absprachen oder sehr einseitige Bewertungen, bevor Sie Noten festsetzen.
Ob und wie Peer-Bewertung in die Note einfließen darf, regelt die Prüfungsordnung Ihrer Hochschule oder Schule. Punkte in Noten überträgt der Notenschlüssel-Rechner, den Durchschnitt mehrerer Leistungen der Notendurchschnitt-Rechner, und zufällige Gruppen bildet der Gruppen-Generator.
Tipps und typische Fehler
Fair bewerten.
- Kriterien: Vorher nennen.
- Anonym: Abgeben.
- Gewichtung: Maßvoll.
- Auffälliges: Prüfen.
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Häufige Fragen
Was ist der WebPA-Faktor?
Der Anteil an allen vergebenen Punkten, den eine Person erhält; im Durchschnitt der Gruppe liegt er bei 1.
Wie stark sollte die Peer-Bewertung zählen?
Häufig werden 25 bis 50 Prozent der Gruppennote von der Peer-Bewertung abhängig gemacht.
Was passiert, wenn jemand nicht bewertet?
Die Faktoren werden mit Mitgliederzahl geteilt durch Abgaben hochgerechnet.
Ist die Bewertung der anderen sichtbar?
Das entscheidet die Lehrkraft; meist bleiben Einzelbewertungen anonym.
Funktioniert das auch mit Schulnoten?
Ja, rechnen Sie in Punkten und übertragen das Ergebnis mit einem Notenschlüssel.
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