Wie viel bringt der Übungsbonus?
An vielen Hochschulen können Studierende sich durch Übungsblätter, Testate, Kurztests oder Präsentationen während des Semesters einen Bonus für die Klausur erarbeiten. Wie dieser Bonus wirkt, ist aber sehr unterschiedlich geregelt. Manchmal werden zusätzliche Klausurpunkte gutgeschrieben, manchmal verbessert sich die Note um eine Stufe, etwa von 2,3 auf 2,0. Der Rechner bildet die drei häufigsten Varianten ab und zeigt die Note mit und ohne Bonus nebeneinander.
Grundlage ist ein linearer Notenschlüssel. Ab der Bestehensgrenze gibt es die 4,0, ab der Grenze für die 1,0 die Bestnote. Der Bereich dazwischen wird in neun gleich breite Stufen geteilt, die den Noten 3,7 bis 1,3 entsprechen. Bei 50 und 90 Prozent ist jede Stufe also 4,44 Prozentpunkte breit: Die 3,0 beginnt bei 63,33 Prozent, die 2,0 bei 76,67 Prozent.
Die meisten Prüfungsordnungen lassen einen Bonus nur zu, wenn die Klausur auch ohne Bonus bestanden ist. Das ist im Rechner voreingestellt. Ob Ihre Hochschule anders verfährt, steht in der Prüfungsordnung oder in der Ankündigung der Veranstaltung zu Semesterbeginn.
Bonusregeln im Vergleich
Beim anteiligen Bonus zählt jeder Übungspunkt. Wer 70 Prozent der Übungspunkte holt, bekommt 70 Prozent des Höchstbonus. Diese Regel belohnt kontinuierliche Arbeit, macht die Endnote aber von vielen kleinen Ergebnissen abhängig. Beim Schwellenmodell gibt es dagegen alles oder nichts: Wer die Mindestquote erreicht, erhält den vollen Bonus, wer knapp darunter bleibt, nichts.
Die Verbesserung um eine Notenstufe ist besonders verbreitet in Mathematik, Informatik und den Ingenieurwissenschaften. Aus einer 2,7 wird eine 2,3, aus einer 4,0 eine 3,7. Eine 1,0 bleibt eine 1,0, und eine nicht bestandene Klausur wird durch den Bonus nicht bestanden. Bei dieser Regel ist die Zahl der Bonuspunkte unerheblich, entscheidend ist nur die Schwelle.
Viele Notenschlüssel sind nicht linear, sondern legen die Grenzen für jede Note einzeln fest oder runden auf halbe Punkte. Prüfen Sie deshalb, ob Ihr Lehrstuhl einen eigenen Schlüssel veröffentlicht hat. Für eine schnelle Abschätzung genügt der lineare Schlüssel meist, an den Stufengrenzen kann die echte Note aber abweichen. Den kompletten Schlüssel zu einer Punktzahl erzeugt der Notenschlüssel-Rechner.
Ein Bonus lohnt sich vor allem, wenn die Klausurnote knapp unter einer Stufengrenze liegt. Liegen Sie mitten in einer Stufe, bringt auch ein Bonus von einigen Punkten unter Umständen keine bessere Note. Die Zeile mit den fehlenden Punkten zur nächsten Notenstufe zeigt, wie viel noch fehlt. Rechtlich verbindlich sind allein die Bekanntgabe des Prüfungsamts und die Prüfungsordnung.
Tipps und typische Fehler
Bonus gezielt nutzen.
- Regel: Früh klären.
- Schwelle: Sicher erreichen.
- Stufengrenze: Im Blick behalten.
- Klausur: Zählt zuerst.
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Häufige Fragen
Zählt der Bonus auch bei einer nicht bestandenen Klausur?
Meist nicht. Viele Prüfungsordnungen rechnen den Bonus nur an, wenn die Klausur ohne Bonus bestanden ist.
Wie wird ein linearer Notenschlüssel berechnet?
Der Bereich zwischen Bestehensgrenze und Grenze für die 1,0 wird in neun gleich breite Stufen geteilt.
Kann der Bonus die Note über 1,0 hinaus verbessern?
Nein, die Punktzahl mit Bonus wird auf die Höchstpunktzahl begrenzt und 1,0 bleibt die Bestnote.
Muss der Bonus vorher angekündigt werden?
In der Regel ja, meist zu Beginn der Lehrveranstaltung und auf Grundlage der Prüfungsordnung.
Gilt der Bonus auch für die Wiederholungsprüfung?
Das regelt die Veranstaltung unterschiedlich; oft gilt er für die Prüfungen im selben Semester.
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