Wie lange darf ich den Sternenhimmel belichten?
Die Erde dreht sich, und mit ihr scheint der Sternenhimmel über das Bild zu wandern. Bei zu langer Belichtung werden aus Sternen kleine Striche. Für Milchstraßenfotos mit dem Weitwinkel gilt es deshalb, die längste Zeit zu finden, bei der die Sterne noch punktförmig bleiben. Sie hängt vor allem von der Brennweite ab.
Die bekannte 500er-Regel teilt 500 durch die kleinbildäquivalente Brennweite. Bei 24 Millimetern am Vollformat ergibt das knapp 21 Sekunden. Für hochauflösende Sensoren ist die Regel zu großzügig: Die Sterne sind dann schon leicht oval. Viele Fotografen nutzen deshalb die strengere 300er-Regel oder die NPF-Regel.
Die NPF-Regel berücksichtigt neben der Brennweite auch die Blende und die Pixelgröße des Sensors. Der Rechner verwendet die verbreitete vereinfachte Form, die für Sterne nahe dem Himmelsäquator gilt. Sie liefert für moderne Kameras in der Regel kürzere, dafür verlässlich scharfe Zeiten.
Bessere Bilder vom Nachthimmel
Suchen Sie einen dunklen Ort fernab von Städten und planen Sie die Aufnahme um Neumond. Schon ein halber Mond hellt den Himmel deutlich auf. Die Milchstraße ist in Mitteleuropa von Frühjahr bis Spätsommer am besten zu sehen, ihr helles Zentrum steht dann tief im Süden.
Öffnen Sie die Blende so weit wie möglich und erhöhen Sie die ISO, bis das Bild hell genug ist, typischerweise ISO 1600 bis 6400. Stellen Sie manuell auf unendlich scharf, am besten mit der Lupenfunktion an einem hellen Stern. Der Unendlich-Anschlag vieler Objektive liegt etwas hinter dem echten Schärfepunkt.
Die Regeln gelten für den Himmelsäquator, wo sich die Sterne am schnellsten bewegen. Richten Sie die Kamera in Richtung Polarstern, können Sie länger belichten. Wer noch länger belichten möchte, nutzt eine Nachführung, die die Kamera der Erddrehung entgegen bewegt, oder stapelt viele kurze Aufnahmen per Software.
Die Ergebnisse sind Richtwerte; ob die Sterne scharf genug sind, entscheidet am Ende die Ansicht in voller Größe. Machen Sie Testaufnahmen und verkürzen Sie die Zeit, wenn Sterne an den Rändern länglich werden. Den Crop-Faktor ermittelt der Crop-Faktor-Rechner, die Mondphase zeigt der Mondphasen-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Sterne scharf.
- Neumond: Planen.
- Fokus: Manuell.
- Blende: Offen.
- Test: Ränder prüfen.
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Häufige Fragen
Was ist die 500er-Regel?
500 geteilt durch die kleinbildäquivalente Brennweite ergibt die maximale Belichtungszeit in Sekunden.
Was bedeutet NPF?
Die Regel ist nach den Anfangsbuchstaben ihrer Größen benannt: Blende (N), Pixelgröße (P) und Brennweite (F).
Warum ist die NPF-Regel kürzer?
Sie berücksichtigt die feinen Pixel moderner Sensoren, auf denen kleine Bewegungen sichtbar werden.
Welche ISO für die Milchstraße?
Meist ISO 1600 bis 6400, je nach Kamera und Blende.
Wann ist die Milchstraße am besten sichtbar?
In Mitteleuropa von Frühjahr bis Spätsommer in mondlosen Nächten.
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