Warum die Wiederholungen wachsen
Anki zeigt Karten in wachsenden Abständen erneut an. Nach dem klassischen SM-2-Verfahren, das Anki lange als Standard verwendete, folgt auf den ersten Abstand von einem Tag jeweils das Vielfache aus bisherigem Intervall und Leichtigkeit, standardmäßig 250 Prozent. Im Modell dieses Rechners kommt eine Karte also nach einem Tag, dann nach drei, sechs und sechzehn Tagen und so weiter wieder.
Jede neue Karte erzeugt dadurch in den folgenden Wochen mehrere Wiederholungen. Wer täglich 20 neue Karten lernt, sieht nach einigen Wochen nicht 20, sondern weit über hundert Karten pro Tag. Vergessene Karten verschärfen das, weil sie wieder bei kurzen Abständen beginnen. Die Faustregel aus der Anki-Community lautet: etwa zehnmal so viele Wiederholungen wie neue Karten.
Der Rechner bildet diesen Verlauf Tag für Tag nach. Er führt täglich die gewählte Zahl neuer Karten ein, bis der Stapel aufgebraucht ist, und verteilt jede Wiederholung mit der Behaltensquote auf Erfolg und Rückfall. Daraus ergeben sich die durchschnittliche Tageslast, der Spitzentag und die Lernzeit in Minuten.
Pensum planen und Grenzen des Modells
Teilen Sie zuerst die Kartenzahl durch die Tage bis zur Prüfung, abzüglich eines Puffers für die letzten zwei bis drei Wochen. So wissen Sie, wie viele neue Karten pro Tag mindestens nötig sind. Der Rechner zeigt rot, wenn das Tempo nicht reicht. Prüfen Sie dann, ob die resultierende Lernzeit in Ihren Alltag passt, bevor Sie das Limit in Anki erhöhen.
Die Last steigt in den ersten Wochen stark an und flacht dann ab. Sobald keine neuen Karten mehr hinzukommen, sinkt sie langsam, weil die Abstände immer länger werden. Kurz vor der Prüfung können Sie die Zeit für gezieltes Wiederholen schwieriger Karten nutzen. Lassen Sie keine Tage aus, denn verpasste Wiederholungen stauen sich und erhöhen die Last der folgenden Tage.
Das Modell ist eine Vereinfachung. Es berücksichtigt weder die zufällige Streuung der Intervalle noch Lernschritte, unterschiedliche Schwierigkeit einzelner Karten oder den Algorithmus FSRS, den Anki seit Version 23.10 anbietet. FSRS plant mit einer Zielbehaltensquote und erzeugt oft etwas weniger Wiederholungen. Die Größenordnung bleibt aber ähnlich.
Ermitteln Sie die Sekunden je Karte aus Ihrer eigenen Statistik in Anki, dort steht die durchschnittliche Antwortzeit. Bei Medizin- oder Jurakarten mit viel Text sind 15 Sekunden und mehr realistisch, bei Vokabeln oft fünf bis acht. Mit diesen Werten wird die geschätzte Lernzeit deutlich genauer.
Tipps und typische Fehler
Anki nachhaltig nutzen.
- Täglich: Keine Lücken.
- Limit: Neue Karten deckeln.
- Statistik: Zeiten prüfen.
- Puffer: Vor der Prüfung.
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Häufige Fragen
Wie viele neue Karten pro Tag sind sinnvoll?
Für die meisten 10 bis 30; entscheidend ist, ob die daraus folgende Wiederholungslast täglich machbar ist.
Warum werden die Wiederholungen immer mehr?
Jede neue Karte kommt mehrfach wieder, bis die Abstände groß genug sind.
Gilt die Rechnung auch für FSRS?
Nur als Näherung, FSRS plant die Abstände nach einem anderen Modell.
Was passiert, wenn ich einen Tag auslasse?
Die fälligen Karten stauen sich und erhöhen die Last der Folgetage.
Soll ich FSRS aktivieren?
Viele Nutzer sparen damit Wiederholungen; testen Sie es mit Ihrer eigenen Statistik.
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