Stand: Gesetzeslage 2026. Gesetzliche Werte ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.
Wie oft sollte entwurmt werden?
Eine Wurmkur wirkt nur im Moment der Gabe. Sie tötet die vorhandenen Würmer ab, schützt aber nicht vor einer neuen Ansteckung am nächsten Tag. Deshalb hängt die sinnvolle Häufigkeit davon ab, wie oft sich ein Tier neu infizieren kann. Die europäische Expertengruppe ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) hat dafür Risikogruppen entwickelt, die auch in Deutschland als Standard gelten.
Ein Hund, der nur an der Leine läuft und kaum Kontakt zu anderen Hunden hat, gehört zur Gruppe A. Für ihn genügen ein bis zwei Untersuchungen oder Behandlungen im Jahr. Hunde mit freiem Auslauf und Hundekontakt bilden Gruppe B und sollten mindestens viermal jährlich behandelt oder untersucht werden. Wer Mäuse, Schnecken oder Aas frisst, hat ein hohes Bandwurmrisiko und fällt in Gruppe C.
Gruppe D betrifft Hunde mit sehr engem Kontakt zu kleinen Kindern, alten oder immungeschwächten Menschen, etwa Therapiehunde. Hier steht der Schutz der Menschen vor Spulwurmeiern im Vordergrund, deshalb wird monatlich behandelt. Bei Katzen unterscheidet ESCCAP vor allem nach Freigang. Der Rechner setzt die Termine, nennt aber bewusst keine Mittel oder Mengen.
Entwurmen oder Kot untersuchen?
Statt einer Wurmkur kann eine Kotuntersuchung im gleichen Rhythmus sinnvoll sein. Sie zeigt, ob überhaupt Würmer vorhanden sind, und vermeidet unnötige Behandlungen. Ein negatives Ergebnis ist allerdings keine Garantie, weil Würmer nicht ständig Eier ausscheiden. Sammeln Sie deshalb Kot von drei aufeinanderfolgenden Tagen. Bei positivem Befund folgt die gezielte Behandlung nach Rücksprache mit der Praxis.
Welpen und Kitten brauchen ein eigenes Schema, weil sie sich oft schon über die Mutter anstecken. ESCCAP empfiehlt, Welpen ab der zweiten Lebenswoche alle 14 Tage bis zwei Wochen nach dem Absetzen zu behandeln, Kitten ab der dritten Woche. Die Mutter wird bei der ersten Behandlung der Jungtiere mitbehandelt. Danach geht es monatlich weiter bis zum sechsten Lebensmonat.
Achten Sie auf Hygiene im Alltag: Kot zügig aufsammeln, Katzentoiletten täglich reinigen, nach dem Tierkontakt Hände waschen und Sandkästen abdecken. Bei Fütterung von rohem Fleisch kann ein Gefrieren vor dem Verfüttern Bandwurmfinnen abtöten. Auch Flöhe übertragen Bandwürmer, deshalb gehören Flohschutz und Wurmkontrolle zusammen.
Die Einteilung in Risikogruppen ist eine Orientierung. Die Tierarztpraxis kann wegen Reisen, Vorerkrankungen oder der regionalen Lage, etwa beim Fuchsbandwurm, eine andere Häufigkeit festlegen. Tragen Sie diese dann im Feld für die eigene Häufigkeit ein. Die Ergebnisse sind Richtwerte und ersetzen nicht den Tierarzt.
Tipps und typische Fehler
Würmer im Griff.
- Kot: Sofort aufsammeln.
- Probe: Drei Tage sammeln.
- Flöhe: Mitbekämpfen.
- Hände: Gründlich waschen.
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Häufige Fragen
Wie oft sollte man einen Hund entwurmen?
Je nach Risiko ein- bis zwölfmal im Jahr, für die meisten Hunde mit Auslauf mindestens viermal.
Muss eine Wohnungskatze entwurmt werden?
Ja, aber seltener: ESCCAP nennt ein- bis zweimal jährlich Behandlung oder Kotuntersuchung.
Was ist die ESCCAP?
Eine europäische Expertengruppe, die Empfehlungen zur Parasitenbekämpfung bei Hund und Katze herausgibt.
Welche Würmer sind bei Hunden häufig?
Vor allem Spulwürmer, Hakenwürmer und Bandwürmer.
Kann ein Hund Würmer auf Menschen übertragen?
Ja, etwa Spulwürmer und den Fuchsbandwurm; Hygiene ist deshalb wichtig.
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