Stand: Gesetzeslage 2026. Gesetzliche Werte ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.
Wie schnell darf ein Untertitel sein?
Ein Untertitel ist nur hilfreich, wenn er in der Zeit gelesen werden kann, in der er zu sehen ist. Das wichtigste Maß dafür ist die Lesegeschwindigkeit in Zeichen pro Sekunde, im Fachjargon CPS (characters per second). Sie ergibt sich aus der Zahl der Zeichen geteilt durch die Standzeit. Untertitler, Übersetzerinnen und Redaktionen prüfen diesen Wert für jeden einzelnen Untertitel.
Gezählt werden alle sichtbaren Zeichen einschließlich Leerzeichen und Satzzeichen, nicht aber der Zeilenumbruch. So handhaben es die gängigen Untertitelprogramme und Stilvorgaben von Streamingdiensten. Der Rechner ermittelt außerdem die Wörter pro Minute, die Zahl der Zeilen und die längste Zeile, damit Sie auch die Zeilenlänge im Blick behalten.
Liegt die Lesegeschwindigkeit über Ihrem Zielwert, gibt der Rechner die Mindeststandzeit aus, die der Text bräuchte. Dann können Sie den Untertitel länger stehen lassen, sofern Schnitt und Dialog es erlauben, oder den Text kürzen.
Richtwerte und Praxis
Verbreitet sind für deutsche Untertitel bei Erwachsenenprogrammen Höchstwerte um 15 bis 17 Zeichen pro Sekunde, für Kinderprogramme um 13. Diese Werte stammen aus Stilvorgaben großer Streamingdienste und Sender und werden von Zeit zu Zeit angepasst; die konkrete Grenze legt der Auftraggeber fest. Für Untertitel für Hörgeschädigte gelten teils niedrigere Werte, weil zusätzlich Geräusche beschrieben werden.
Neben der Lesegeschwindigkeit gibt es weitere Regeln: meist höchstens zwei Zeilen, eine Zeilenlänge um 42 Zeichen, eine Mindeststandzeit von etwa einer Sekunde und eine Höchststandzeit von rund sieben Sekunden. Zwischen zwei Untertiteln sollte eine kurze Lücke von wenigen Frames liegen, damit das Auge den Wechsel bemerkt. Schnitte im Bild sollten möglichst nicht überdeckt werden.
Zu hohe Werte entstehen oft durch schnelles Sprechen oder durch wörtliche Übersetzung. Hilfreich ist es, Füllwörter, Wiederholungen und Anreden wegzulassen und lange Nebensätze zu teilen. Der Sinn soll erhalten bleiben, auch wenn nicht jedes Wort gezeigt wird. Ein Untertitel muss nicht das gesprochene Wort abbilden, sondern dessen Inhalt.
Für die Standzeit aus In- und Out-Timecode eignet sich der Timecode-Rechner. Wie lange ein ganzer Text beim Vorlesen dauert, zeigen der Redezeit-Rechner und der Lesezeit-Rechner. Für Transkriptionen hilft der Rechner zur Transkriptionsdauer.
Tipps und typische Fehler
Gut lesbar untertiteln.
- Zwei Zeilen: Höchstens.
- 42 Zeichen: Pro Zeile.
- Schnitte: Beachten.
- Kürzen: Sinn erhalten.
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Häufige Fragen
Was bedeutet CPS bei Untertiteln?
Characters per second, also die Zahl der Zeichen, die pro Sekunde gelesen werden müssen.
Zählen Leerzeichen mit?
Ja, Leerzeichen und Satzzeichen zählen, Zeilenumbrüche nicht.
Wie viele Zeichen pro Zeile sind üblich?
Häufig gilt eine Grenze von 42 Zeichen bei höchstens zwei Zeilen.
Wie lang darf ein Untertitel stehen?
Üblich sind etwa eine bis sieben Sekunden.
Wie kürze ich einen zu schnellen Untertitel?
Füllwörter und Wiederholungen streichen und den Kern erhalten.
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