Haushalt & Energie

Notstromaggregat richtig dimensionieren

Tragen Sie die Summe der gleichzeitig betriebenen Geräte, den Leistungsfaktor und den größten Motor mit seinem Anlauffaktor ein. Der Rechner zeigt die Nennleistung, die das Aggregat mindestens haben sollte.

Ihre Verbraucher
Rein ohmsche Lasten wie Heizlüfter 1,0; gemischte Haushaltslast mit Motoren etwa 0,8.
Etwa Kühltruhe, Tauchpumpe, Kompressor. 0, wenn kein Motor angeschlossen ist.
Vielfaches der Nennleistung beim Start, je nach Gerät etwa 2 bis 7.
Ergebnis

Warum Watt allein nicht reichen

Stromaggregate werden in Kilovoltampere angegeben, nicht in Kilowatt. Der Unterschied liegt im Leistungsfaktor. Geräte mit Motoren, Transformatoren oder Netzteilen benötigen neben der Wirkleistung auch Blindleistung, die der Generator ebenfalls liefern muss. Die Scheinleistung in Voltampere ergibt sich, wenn Sie die Wirkleistung durch den Leistungsfaktor cos φ teilen. Viele Aggregate sind für cos φ 0,8 ausgelegt.

Noch wichtiger ist der Anlaufstrom. Ein Elektromotor zieht beim Start für einen Moment ein Mehrfaches seiner Nennleistung. Kühltruhen, Pumpen und Kompressoren erreichen das Drei- bis Siebenfache. Läuft der Generator bereits mit anderen Geräten nahe an seiner Grenze, bricht beim Motorstart die Spannung ein, der Motor läuft nicht an oder die Schutzeinrichtung schaltet ab.

Der Rechner bildet beide Fälle ab. Er vergleicht die Dauerlast mit einer Reserve mit der Spitze, die entsteht, wenn der größte Motor startet, während alle anderen Geräte schon laufen. Der höhere Wert bestimmt die empfohlene Nennleistung. Die Leistungsklassen und Betriebsarten von Aggregaten regelt die Normenreihe ISO 8528 beziehungsweise DIN ISO 8528.

S = P ÷ cos φ; Anlaufspitze = (P + P_Motor × (k − 1)) ÷ cos φ; Nennleistung = Maximum aus S × (1 + Reserve) und Anlaufspitze

Beispiel: 2.500 Watt Geräte bei cos φ 0,8, darunter eine Kühltruhe mit 800 Watt und Anlauffaktor 3, Reserve 25 Prozent: Dauerbetrieb 3,13 kVA, mit Reserve 3,91 kVA. Beim Start der Truhe entstehen (2.500 + 800 × 2) ÷ 0,8 = 5,13 kVA. Das Aggregat sollte also mindestens 5,13 kVA liefern, das sind 4,10 kW Wirkleistung und rund 22,3 Ampere bei 230 Volt.

Praxis bei Auswahl und Betrieb

Die Leistungsangaben der Geräte finden Sie auf dem Typenschild. Den Anlauffaktor nennen Hersteller selten direkt; manchmal steht ein Anlaufstrom in Ampere in der Anleitung, den Sie durch den Nennstrom teilen können. Ohne Angabe sind 3 für kleine Kühlgeräte und 5 bis 7 für Pumpen und Kompressoren vorsichtige Werte. Sanftanlauf oder Frequenzumrichter senken den Faktor deutlich.

Ein Trick spart oft eine ganze Größenklasse: Schalten Sie den größten Motor zuerst ein, solange das Aggregat noch keine andere Last trägt. Dann muss der Generator die Spitze nicht zusätzlich zur Dauerlast stemmen. Dauerhaft sollten Aggregate nicht an der Grenze laufen. Viele Hersteller empfehlen eine Dauerlast von höchstens 70 bis 80 Prozent der Nennleistung, was die Reserve im Rechner abbildet.

Inverter-Aggregate liefern eine besonders saubere Spannung und eignen sich für empfindliche Elektronik wie Heizungsregelungen, Computer oder Ladegeräte. Ihre Leistung ist häufig in Watt bei cos φ 1 angegeben. Prüfen Sie bei solchen Geräten, ob die Spitzenleistung für den Motorstart reicht, denn die Elektronik begrenzt den Strom kurzfristig strenger als ein klassischer Synchrongenerator.

Die Einspeisung eines Aggregats in die Hausinstallation darf nur über eine fachgerecht installierte Netzumschaltung erfolgen, damit kein Strom ins öffentliche Netz zurückfließt. Diese Arbeit gehört in die Hände einer Elektrofachkraft. Betreiben Sie Verbrennungsaggregate nie in geschlossenen Räumen, denn das Abgas enthält Kohlenmonoxid. Das Ergebnis des Rechners ist eine Planungshilfe und ersetzt keine Auslegung durch Fachleute.

Tipps und typische Fehler

Aggregat richtig wählen.

  • Anlauf: Motor zuerst starten.
  • Reserve: Nicht am Limit fahren.
  • Einspeisung: Nur mit Umschalter.
  • Abgas: Nie in Innenräumen.

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Häufige Fragen

Wie viel kVA braucht ein Notstromaggregat für ein Einfamilienhaus?

Für Heizung, Kühlgeräte, Licht und Pumpe reichen oft 5 bis 8 kVA. Entscheidend sind die tatsächlichen Geräte und ihr Anlaufstrom.

Was ist der Unterschied zwischen kVA und kW?

kVA ist die Scheinleistung, kW die Wirkleistung. Bei cos φ 0,8 liefert ein 5-kVA-Aggregat 4 kW Wirkleistung.

Warum braucht ein Motor beim Start mehr Leistung?

Beim Anlaufen fehlt die Gegenspannung des drehenden Motors, deshalb fließt kurz ein Vielfaches des Nennstroms.

Reicht ein Inverter-Aggregat für die Heizung?

Meist ja, wenn die Leistung passt; Inverter liefern eine saubere Spannung für die Regelung.

Kann ich ein Aggregat einfach in die Steckdose einspeisen?

Nein, das ist gefährlich und unzulässig. Nötig ist eine fachgerechte Netzumschaltung.

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