Wie funktioniert der Revolutionskalender?
Der Republikanische Kalender wurde im Oktober 1793 vom Nationalkonvent eingeführt und rückwirkend ab dem 22. September 1792 gezählt, dem Tag nach der Ausrufung der Republik. Er sollte die Zeitrechnung von kirchlichen Bezügen lösen und dem Dezimalsystem folgen. Napoleon schaffte ihn zum 1. Januar 1806 wieder ab. In Geschichtsbüchern, Gesetzestexten und Archivalien dieser Jahre stehen Daten wie 9. Thermidor II oder 18. Brumaire VIII, die sich ohne Umrechnung kaum einordnen lassen.
Jedes Jahr hat zwölf Monate zu je 30 Tagen. Ein Monat besteht aus drei Dekaden mit zehn Tagen, die Primidi, Duodi, Tridi bis Décadi heißen; der Décadi war Ruhetag. Am Jahresende folgen fünf Ergänzungstage, die Sansculottides, in Schaltjahren ein sechster. Die Monatsnamen beschreiben das Wetter oder die Landwirtschaft der Jahreszeit, etwa Brumaire für den Nebelmonat oder Thermidor für den Hitzemonat.
Der Rechner wandelt in beide Richtungen um. Er zeigt neben dem Datum die Dekade, den Tagesnamen, den Beginn des jeweiligen Jahres und ob es sich um ein Schaltjahr handelt. Jahre werden wie in den Quellen in römischen Ziffern ausgegeben.
Schaltjahre und Grenzen der Umrechnung
Ursprünglich sollte jedes Jahr an dem Tag beginnen, an dem in Paris die Herbst-Tagundnachtgleiche fiel. Daraus ergaben sich in der Praxis die Schaltjahre III, VII und XI; das Jahr XII begann deshalb erst am 24. September 1803. Für das Jahr XV hätte die Regel ebenfalls ein Schaltjahr ergeben. Der Mathematiker Gilbert Romme schlug vor, später eine feste Regel wie im gregorianischen Kalender zu verwenden.
Dieser Rechner nutzt für die Zeit bis 1805 die historischen Schaltjahre und ab dem Jahr XX die Romme-Regel: Schaltjahr ist ein durch 4 teilbares Jahr, Jahrhunderte nur, wenn sie durch 400 teilbar sind. Für Daten der amtlichen Geltungszeit vom 22.09.1792 bis 31.12.1805 ist das Ergebnis eindeutig. Für spätere Daten, etwa beim kurzen Wiederaufleben während der Pariser Kommune 1871, verwenden andere Umrechner teils die astronomische Regel; dann kann der Tag um eins abweichen.
Jeder Tag hatte im Kalender außerdem einen eigenen Namen aus Pflanzen, Tieren und Geräten, etwa Raisin für den 1. Vendémiaire. Diese 360 Namen gibt der Rechner nicht aus, sie lassen sich aber mit Monat und Tag leicht in Tabellen, zum Beispiel im Werk von Fabre d’Églantine, nachschlagen.
Für andere historische Zeitrechnungen helfen der Rechner für das julianische Datum, der islamische und der jüdische Kalender-Umrechner. Wer in alten Quellen arbeitet, sollte das umgerechnete Datum mit einer zweiten Quelle abgleichen, da Abschriften häufig Lesefehler bei Monatsnamen enthalten.
Tipps und typische Fehler
Alte Quellen lesen.
- Römisch: Jahre in Ziffern umsetzen.
- Monat: Schreibweise prüfen.
- Bis 1805: Eindeutig.
- Danach: Regel beachten.
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Häufige Fragen
Wann galt der Revolutionskalender?
Amtlich vom 22.09.1792, rückwirkend eingeführt 1793, bis zum 31.12.1805.
Was ist der 18. Brumaire?
Der 18. Brumaire VIII entspricht dem 09.11.1799, dem Tag von Napoleons Staatsstreich.
Warum hat der Kalender Ergänzungstage?
Zwölf Monate mit 30 Tagen ergeben nur 360 Tage; die 5 oder 6 Sansculottides füllen das Jahr auf.
Was bedeutet an II?
Jahr II der Republik, also vom 22.09.1793 bis 21.09.1794.
Welche Tage waren Ruhetage?
Der Décadi, also jeder zehnte Tag, ersetzte den Sonntag.
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