Rückrechnen vom Sterbealter
In Kirchenbüchern und Standesamtsregistern fehlt bei Sterbeeinträgen oft das Geburtsdatum. Stattdessen steht dort das Alter, zum Beispiel 72 Jahre, 3 Monate und 12 Tage. Auch Grabsteine nennen manchmal nur das erreichte Alter. Für die Ahnenforschung lässt sich daraus das Geburtsdatum zurückrechnen und gezielt im Taufregister der passenden Gemeinde suchen.
Der Rechner zieht das Alter vom Sterbedatum ab. Bei der Kalendermethode werden zuerst Jahre und Monate abgezogen und danach die Tage als echte Kalendertage. Zusätzlich zeigt er das Ergebnis der 30-Tage-Methode, bei der jeder Monat mit 30 Tagen gerechnet wird. Diese Rechnung steckt hinter der in der Genealogie bekannten 8870-Regel, bei der man Datum und Alter als Zahlen schreibt und voneinander abzieht.
Steht im Eintrag nur ein Alter in vollen Jahren, ist eine taggenaue Rückrechnung nicht möglich. Der Rechner gibt dann den Zeitraum aus, in dem die Person geboren sein muss: Sie hatte am Todestag ihren Geburtstag schon gefeiert, den nächsten aber noch nicht.
Fehlerquellen in alten Registern
Die beiden Methoden können um ein bis zwei Tage voneinander abweichen, vor allem wenn der Februar oder ein 31. im Spiel ist. Welche Rechnung der Pfarrer oder Standesbeamte damals verwendet hat, ist meist unbekannt. Suchen Sie deshalb im Taufregister einige Tage um beide Ergebnisse herum. Bedenken Sie auch, dass oft der Tauftag und nicht der Geburtstag eingetragen ist; die Taufe folgte früher meist wenige Tage nach der Geburt.
Altersangaben in Sterbebüchern beruhen häufig auf Aussagen von Angehörigen und sind nicht immer zuverlässig. Bei alten Menschen wurde das Alter oft geschätzt oder auf runde Zahlen gesetzt. Weicht das errechnete Datum stark von einem gefundenen Taufeintrag ab, kann trotzdem dieselbe Person gemeint sein, wenn Name, Eltern und Ort übereinstimmen.
Vor 1700 galt in protestantischen Gebieten Deutschlands noch der julianische Kalender. Liegen Sterbe- und Geburtsdatum im selben Kalender, ist die Rückrechnung trotzdem richtig, denn Monate und Tage werden gleich gezählt. Nur die Wochentage passen dann nicht, und beim Wechsel des Kalenders fehlen einige Tage.
Zur Prüfung des Ergebnisses eignen sich der Tage-Rechner und der Altersrechner, mit denen Sie vom gefundenen Taufdatum aus das Alter am Todestag nachrechnen können. Weichen beide Werte um wenige Tage ab, spricht das eher für einen Rechen- oder Schreibfehler im Register als für eine andere Person.
Tipps und typische Fehler
Ahnen finden.
- Spanne: Einige Tage suchen.
- Taufe: Folgt der Geburt.
- Kalender: Julianisch beachten.
- Abgleich: Eltern prüfen.
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Häufige Fragen
Was ist die 8870-Regel?
Ein Trick aus der Genealogie: Sterbedatum als JJJJMMTT und Alter als JJMMTT abziehen; ergibt sich kein gültiges Datum, zusätzlich 8870 abziehen. Das entspricht Monaten mit 30 Tagen.
Warum gibt es zwei Ergebnisse?
Die Kalendermethode zählt echte Monatstage, die 30-Tage-Methode jeden Monat mit 30 Tagen.
Was bedeutet ein Alter nur in Jahren?
Die Geburt liegt dann in einem Zeitraum von genau einem Jahr vor dem Tod.
Steht im Kirchenbuch der Geburts- oder der Tauftag?
In Taufregistern oft der Tauftag, manchmal beide.
Wie genau sind alte Altersangaben?
Oft nur ungefähr, besonders bei sehr alten Menschen.
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