Stand: Gesetzeslage 2026. Gesetzliche Werte ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.
So wird die Energie aus der Deklaration geschätzt
Die Kalorienangabe ist für Hunde- und Katzenfutter in der EU freiwillig. Fehlt sie, lässt sich die umsetzbare Energie, also der Teil, den das Tier tatsächlich nutzen kann, aus den analytischen Bestandteilen schätzen. Der Rechner verwendet dafür das vierstufige Verfahren aus den Nutrient Requirements of Dogs and Cats des National Research Council (NRC, 2006), das auch die FEDIAF in ihren Leitlinien empfiehlt.
Zuerst wird die Bruttoenergie bestimmt: 5,7 kcal je Gramm Protein, 9,4 kcal je Gramm Fett und 4,1 kcal je Gramm Kohlenhydrate und Rohfaser. Die Kohlenhydrate ergeben sich als NfE aus der Differenz zu 100 Prozent. Danach schätzt eine tierartspezifische Formel die Verdaulichkeit der Energie anhand des Rohfasergehalts in der Trockensubstanz. Faserreiche Futter sind schlechter verdaulich.
Im letzten Schritt wird der Energieverlust über den Harn abgezogen, der vor allem beim Abbau von Eiweiß entsteht: beim Hund 1,04 kcal, bei der Katze 0,77 kcal je Gramm Rohprotein. Zum Vergleich zeigt der Rechner den Wert mit den älteren modifizierten Atwater-Faktoren 3,5, 8,5 und 3,5 kcal je Gramm, die viele Hersteller noch verwenden.
Grenzen der Schätzung
Die Formel liefert eine Schätzung mit einer Unsicherheit von einigen Prozent. Steht auf der Verpackung ein Energiewert des Herstellers, ist dieser in der Regel genauer, weil er auf Fütterungsversuchen oder einer Vollanalyse beruhen kann. Prüfen Sie dabei, ob er als umsetzbare Energie angegeben ist und ob er sich auf 100 g oder auf ein Kilogramm bezieht.
Für sehr faserreiche Diätfutter oder Futter mit ungewöhnlichen Zutaten kann die Abweichung größer sein. Auch Snacks, Kauartikel und Tischreste liefern Energie und sollten bei der Tagesmenge berücksichtigt werden. Eine Faustregel lautet, dass Leckerlis höchstens 10 Prozent der täglichen Energie ausmachen sollten.
Den Tagesenergiebedarf Ihres Tieres ermitteln Sie mit dem Hunde- oder Katzenfutter-Rechner. Er hängt von Gewicht, Alter, Kastration und Aktivität ab und schwankt zwischen einzelnen Tieren deutlich. Wiegen Sie Ihr Tier deshalb regelmäßig und passen Sie die Menge an, wenn es zu- oder abnimmt.
Die errechneten Werte sind Richtwerte und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Bei Übergewicht, Diabetes, Nierenerkrankungen oder anderen gesundheitlichen Problemen legen Sie Futterart und Futtermenge bitte gemeinsam mit Ihrer Tierarztpraxis fest.
Tipps und typische Fehler
Energie richtig nutzen.
- Hersteller: Angabe bevorzugen.
- Einheit: 100 g oder kg prüfen.
- Snacks: Mitzählen.
- Waage: Menge abwiegen.
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Häufige Fragen
Wie viele Kalorien hat Trockenfutter?
Meist zwischen 330 und 420 kcal je 100 g, je nach Fett- und Fasergehalt.
Warum unterscheiden sich NRC- und Atwater-Wert?
Die Atwater-Faktoren unterstellen eine feste Verdaulichkeit, die NRC-Formel berücksichtigt den Fasergehalt und die Tierart.
Wie rechne ich kcal in Megajoule um?
1000 kcal entsprechen 4,184 Megajoule; der Rechner zeigt beide Einheiten.
Wo finde ich den Kaloriengehalt auf der Verpackung?
Wenn angegeben, meist bei den Fütterungsempfehlungen als kcal oder MJ je kg oder je 100 g.
Haben Nassfutter weniger Kalorien?
Je 100 g ja, weil sie viel Wasser enthalten; in der Trockensubstanz sind sie oft ähnlich energiereich.
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