Warum die Drehzahl vom Durchmesser abhängt
Beim Drechseln zählt nicht die Drehzahl allein, sondern die Geschwindigkeit, mit der das Holz am Umfang an der Werkzeugschneide vorbeiläuft. Ein Stift mit 30 Millimetern Durchmesser verträgt deshalb ein Vielfaches der Drehzahl einer Schale mit 300 Millimetern. Wer beide Teile mit derselben Einstellung dreht, arbeitet entweder beim Stift zu langsam oder bei der Schale gefährlich schnell.
Der Rechner rechnet die gewünschte Umfangsgeschwindigkeit in Meter pro Sekunde über den Kreisumfang in eine Drehzahl um. Bei 200 Millimetern Durchmesser und 8 Meter pro Sekunde ergeben sich rund 764 Umdrehungen pro Minute. Ist das Werkstück unrund, schlägt es bei hoher Drehzahl stark und kann sich aus dem Futter lösen; der Rechner reduziert deshalb die Empfehlung je nach Zustand auf 75 oder 50 Prozent.
Zusätzlich vergleicht er das Ergebnis mit der Höchstdrehzahl Ihrer Maschine. Liegt die Empfehlung darüber, wird sie auf den Maschinenwert begrenzt. Das ist vor allem bei dünnen Spindelarbeiten wichtig, bei denen die Formel sehr hohe Werte liefert.
Sicher anfangen und richtig steigern
In der englischsprachigen Drechselliteratur ist die Faustregel verbreitet, dass Durchmesser in Zoll mal Drehzahl zwischen 6.000 und 9.000 liegen soll. Umgerechnet entspricht das etwa 8 bis 12 Meter pro Sekunde am Umfang. Für Einsteiger, große Durchmesser und Holz mit Rissen oder Ästen ist der untere Bereich die bessere Wahl. Der Kennwert Durchmesser mal Drehzahl in Millimetern wird im Ergebnis mit ausgegeben.
Stellen Sie die Drehzahl vor dem Einschalten immer auf den niedrigsten Wert und erhöhen Sie langsam, bis die Maschine ruhig läuft. Vibriert die Drechselbank, wandert sie oder klappert das Werkstück, ist die Drehzahl zu hoch. Stehen Sie beim Anlaufen eines Rohlings seitlich außerhalb der Flugbahn und tragen Sie einen Gesichtsschutz. Herstellerangaben der Drechselbank und der Spannmittel sowie die einschlägigen Normen haben Vorrang vor den Werten dieses Rechners.
Sobald ein Rohling rund gedreht ist, darf die Drehzahl steigen, weil die Unwucht verschwindet. Für Feinschnitte und das Schleifen an kleinen Durchmessern wählen viele Drechsler eher höhere Drehzahlen. Beim Schleifen großer Schalen entsteht bei hoher Drehzahl viel Wärme, die Risse im Holz fördern kann, daher hier mäßig bleiben.
Für die Drehzahl von Bohrern nutzen Sie den Bohrer-Drehzahl-Rechner, für Metall auf der Drehmaschine den Rechner für Schnittdaten beim Drehen. Die allgemeine Umrechnung zwischen Drehzahl und Umfangsgeschwindigkeit finden Sie im Drehzahl-Geschwindigkeit-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Sicher drechseln.
- Start: Immer langsam.
- Seitlich: Aus der Flugbahn.
- Gesicht: Schutzschild tragen.
- Hersteller: Angaben beachten.
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Häufige Fragen
Welche Drehzahl brauche ich für eine Holzschale?
Bei 200 mm Durchmesser und 8 m/s rund 760 U/min, für einen unrunden Rohling etwa die Hälfte.
Warum muss ich bei Rohlingen langsamer drehen?
Unrunde Stücke erzeugen Unwucht und hohe Fliehkräfte, die das Werkstück aus dem Futter reißen können.
Was bedeutet die Faustregel 6.000 bis 9.000?
Durchmesser in Zoll mal Drehzahl soll in diesem Bereich liegen, das sind etwa 8 bis 12 m/s am Umfang.
Welche Drehzahl für dünne Spindeln?
Rechnerisch sehr hohe Werte; begrenzen Sie auf die Höchstdrehzahl der Maschine und eine ruhige Laufweise.
Wann darf ich die Drehzahl erhöhen?
Sobald der Rohling rund gedreht ist und die Maschine ruhig läuft.
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