Bau & Handwerk

Rigole für die Regenwasserversickerung bemessen

Geben Sie die angeschlossene Dachfläche, den Abflussbeiwert, die Regenspende für Ihren Ort und die Durchlässigkeit des Bodens ein. Der Rechner bestimmt nach DWA-A 138 die Rigolenlänge, das Speichervolumen und die Zahl der Blöcke.

Fläche, Regen, Boden und Rigole
Dach- oder Hoffläche, deren Regenwasser in die Rigole läuft.
Steildach 0,9 bis 1,0; Gründach 0,3 bis 0,5; Pflaster 0,6 bis 0,8.
Aus KOSTRA-DWD für Ihren Ort, Dauerstufe D und Häufigkeit (meist 5 Jahre), Stand prüfen.
10 entspricht 1 · 10⁻⁵ m/s (feiner Sand). Wert aus Sickerversuch oder Bodengutachten.
Kunststoff-Rigolenblöcke etwa 0,95; Kies 0,30 bis 0,35.
Nach DWA-A 138 meist 1,1 bis 1,2.
Laut Hersteller, z. B. 0,8 × 0,8 × 0,66 m = 0,422 m³.
Ergebnis

Stand: Gesetzeslage 2026. Gesetzliche Werte ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.

So wird eine Rigole bemessen

Eine Rigole ist ein unterirdischer Speicherkörper aus Kies oder Kunststoffblöcken, der Regenwasser aufnimmt und langsam in den Boden abgibt. Sie eignet sich, wenn auf dem Grundstück wenig Platz für eine Mulde ist. Bemessen wird sie nach dem Arbeitsblatt DWA-A 138 der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall.

Der Grundgedanke ist eine Bilanz: Während eines Bemessungsregens fließt von der angeschlossenen Fläche mehr Wasser zu, als der Boden gleichzeitig aufnehmen kann. Die Differenz muss die Rigole speichern. Der Zufluss ergibt sich aus der undurchlässigen Fläche, also Fläche mal Abflussbeiwert, und der Regenspende. Die Versickerung erfolgt über die Sohle und die halbe Seitenfläche, wobei der kf-Wert wegen der Teilsättigung halbiert wird.

Löst man diese Bilanz nach der Länge auf, erhält man die Bemessungsgleichung des Arbeitsblatts. Aus Länge, Breite, Höhe und Speicherkoeffizient folgt das nutzbare Speichervolumen. Der Zuschlagsfaktor deckt Unsicherheiten bei Regendaten und Bodenwerten ab.

L=Au⋅10−7⋅rb⋅h⋅sRD⋅60⋅fZ+(b+h2)⋅kf2; Au=A⋅ψ; Speichervolumen V=b⋅h⋅L⋅sRL = \frac{A_{u} \cdot 10^{-7} \cdot r}{\frac{b \cdot h \cdot s_{R}}{D \cdot 60 \cdot f_{Z}} + \frac{\left(b + \frac{h}{2}\right) \cdot k_{f}}{2}};\ A_{u} = A \cdot ψ;\ \text{Speichervolumen V} = b \cdot h \cdot L \cdot s_{R}

Beispiel: Ein Dach mit 150 m² und Abflussbeiwert 0,9 ergibt 135 m² undurchlässige Fläche. Bei einer Regenspende von 200 l/(s·ha) über 15 Minuten fließen 2,70 l/s zu. Mit kf = 1 · 10⁻⁵ m/s, einer Rigole von 0,80 m Breite und 0,66 m Höhe aus Blöcken (sR = 0,95) und fZ = 1,15 ergibt sich eine Länge von 5,51 m. Das Bruttovolumen beträgt 2,91 m³, das Speichervolumen 2,76 m³. Bei 0,4224 m³ je Block sind 7 Blöcke nötig. Die Rigole ist nach rund 24,7 Stunden wieder leer.

Worauf es in der Praxis ankommt

Die Regenspende ist der empfindlichste Eingabewert. Der Deutsche Wetterdienst stellt sie im Datensatz KOSTRA-DWD für jedes Rasterfeld in Deutschland bereit, getrennt nach Dauerstufen von 5 Minuten bis mehrere Tage. Rechnen Sie mehrere Dauerstufen durch, etwa 10, 15, 30, 60 und 120 Minuten. Maßgeblich ist die Dauer, die das größte Volumen liefert; bei schlecht durchlässigen Böden sind das oft längere Regen.

Versickerung ist nach DWA-A 138 sinnvoll, wenn der kf-Wert zwischen 1 · 10⁻³ und 1 · 10⁻⁶ m/s liegt. Bei sehr durchlässigem Boden reicht die Reinigungswirkung nicht, bei sehr dichtem Boden dauert die Entleerung zu lange. Zum Grundwasser sollte ein Abstand von mindestens einem Meter unter der Rigolensohle bleiben.

Rigolen aus Blöcken werden mit Geotextil umhüllt, damit kein Feinmaterial eindringt. Ein Absetzschacht oder Filter vor dem Zulauf schützt vor Laub und Schlamm. Halten Sie Abstände zu Gebäuden ohne Abdichtung gegen drückendes Wasser ein; als Faustwert gilt das 1,5-Fache der Baugrubentiefe.

Für das Einleiten von Niederschlagswasser in den Untergrund ist je nach Bundesland eine wasserrechtliche Erlaubnis nötig oder es gilt eine Freistellung. Fragen Sie bei der Unteren Wasserbehörde nach. Wie viel Wasser jährlich von einer Fläche abläuft, berechnet der Regenwasser-Rechner; die Spitzenabflüsse zeigt der Regenabfluss-Rechner.

Tipps und typische Fehler

Versickern.

  • KOSTRA: Ortswerte nutzen.
  • Boden: kf messen.
  • Filter: Laub abhalten.
  • Behörde: Erlaubnis klären.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Rigole und Sickerschacht?

Die Rigole ist ein flacher, langer Speicherkörper, der Sickerschacht ein senkrechter Schacht. Rigolen brauchen weniger Tiefe und eignen sich für Grundstücke mit hohem Grundwasser.

Welchen kf-Wert hat Sand?

Feinsand liegt meist bei 1 · 10⁻⁵ bis 1 · 10⁻⁴ m/s, Mittelsand bei etwa 1 · 10⁻⁴ m/s, schluffiger Boden deutlich darunter.

Wie bestimme ich den kf-Wert?

Mit einem Sickerversuch im Bohrloch oder einer Laboranalyse aus dem Bodengutachten.

Wie tief wird eine Rigole eingebaut?

Meist mit 0,5 bis 1 m Überdeckung, die Sohle mindestens 1 m über dem höchsten Grundwasserstand.

Was kostet eine Rigole?

Für ein Einfamilienhaus meist einige hundert bis wenige tausend Euro, je nach Blöcken und Erdarbeiten.

Auch gesucht als:
  • Rigole berechnen
  • Rigole Größe berechnen
  • Versickerung Regenwasser berechnen
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  • Rigolenblöcke Anzahl
  • Sickerblock Volumen Dachfläche
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