Passen die Kabel in das Rohr?
Wer Leitungen in Leerrohre einzieht, merkt schnell, dass ein Rohr nicht so voll werden darf, wie es aussieht. Kabel liegen nie perfekt gepackt, sie verdrehen sich, und in Bögen steigt die Reibung stark an. Ein zu volles Rohr lässt sich kaum noch bestücken, beschädigt beim Einziehen den Kabelmantel und lässt keinen Platz für spätere Nachrüstungen. Der Füllgrad, also der Anteil des Rohrquerschnitts, den die Kabel belegen, ist deshalb die wichtigste Planungsgröße.
Der Rechner addiert die Querschnittsflächen aller Kabel aus ihren Außendurchmessern und teilt sie durch den lichten Querschnitt des Rohrs. Sie können drei Gruppen mit unterschiedlichen Kabeln angeben, etwa Netzleitungen, ein Netzwerkkabel und eine Antennenleitung. Außerdem berechnet er den Mindest-Innendurchmesser für Ihren Füllgrad und schlägt die kleinste passende Nenngröße eines flexiblen Wellrohrs vor.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Nenngröße und Innendurchmesser. Die Bezeichnung M25 beschreibt den Außendurchmesser von 25 Millimetern nach DIN EN 61386. Innen bleibt bei einem Wellrohr nur rund 18 Millimeter Platz.
Welcher Füllgrad ist sinnvoll?
Eine einzige verbindliche Grenze für den Füllgrad gibt es in den deutschen Normen nicht. In der Praxis haben sich Richtwerte etabliert: Viele Planer und Hersteller empfehlen, ein Rohr nur zu etwa einem Drittel zu füllen, damit Kabel auch über längere Strecken und mehrere Bögen eingezogen werden können. Der US-amerikanische National Electrical Code nennt für mehr als zwei Leiter 40 Prozent als Obergrenze. Den Standardwert von 40 Prozent können Sie im Feld anpassen.
Die hinterlegten Innendurchmesser sind Richtwerte für flexible Wellrohre: M16 etwa 10,7 mm, M20 etwa 14,1 mm, M25 etwa 18,3 mm, M32 etwa 24,3 mm, M40 etwa 31,2 mm, M50 etwa 39,6 mm und M63 etwa 52,6 mm. Starre Rohre und Panzerrohre haben bei gleicher Nenngröße meist einen größeren Innendurchmesser. Prüfen Sie den Wert im Datenblatt Ihres Rohrs.
Für spätere Erweiterungen lohnt es sich, eine Nenngröße größer zu wählen, als rechnerisch nötig, und ein Zugseil im Rohr zu lassen. Bei Rohren mit mehr als zwei 90-Grad-Bögen oder Strecken über 15 Meter planen Sie Zugdosen ein. Leerrohre für Netzwerk- und Glasfaserkabel sollten getrennt von Starkstromleitungen geführt werden.
Der Rechner betrachtet nur die Geometrie. Die Strombelastbarkeit von Leitungen sinkt, wenn viele belastete Kabel gebündelt im Rohr liegen; dafür gelten die Reduktionsfaktoren nach DIN VDE 0298-4. Den nötigen Querschnitt ermittelt der Kabelquerschnitt-Rechner. Elektroinstallationen führen Elektrofachkräfte aus.
Tipps und typische Fehler
Rohre richtig wählen.
- Innenmaß: Nicht Nenngröße.
- Reserve: Eine Größe mehr.
- Zugseil: Im Rohr lassen.
- Bögen: Füllgrad senken.
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Häufige Fragen
Wie voll darf ein Leerrohr sein?
Üblich sind etwa ein Drittel bis 40 Prozent des Innenquerschnitts, bei vielen Bögen eher weniger.
Was bedeutet M25 bei Installationsrohren?
M25 ist die Nenngröße und entspricht dem Außendurchmesser von 25 mm; innen ist das Rohr deutlich enger.
Wie viele NYM-Kabel passen in ein M25-Rohr?
Bei 8 mm Kabeldurchmesser und 40 Prozent Füllgrad etwa zwei; der Rechner zeigt den genauen Füllgrad.
Welches Leerrohr für Netzwerkkabel?
Für ein bis zwei Cat-7-Kabel meist M20 bis M25, für mehr Kabel entsprechend größer.
Wie lang darf ein Leerrohr ohne Zugdose sein?
Als Richtwert etwa 15 Meter oder zwei bis drei Bögen.
- Leerrohr Füllgrad
- Leerrohr Größe berechnen
- wie viele Kabel in Leerrohr
- Installationsrohr Durchmesser
- Wellrohr M25 Innendurchmesser
- Kabelschutzrohr Füllgrad
Rechtlicher Hinweis: Die Mengen und Werte sind Richtwerte für die Planung und keine Statik-, Brandschutz-, Elektro- oder Energieberatung. Tragende Bauteile sowie Elektro-, Gas- und Heizungsarbeiten gehören in die Hand von Fachplanern und zugelassenen Fachbetrieben. Herstellerangaben und geltende Vorschriften gehen vor.
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