Ist mein Pferd mit mir überlastet?
Wie viel ein Pferd tragen kann, hängt nicht nur von seinem Gewicht ab. Trotzdem hat sich als Faustregel bewährt, die Gesamtlast aus Reiter und Ausrüstung ins Verhältnis zum Pferdegewicht zu setzen. Bis etwa 15 Prozent gilt die Last als unproblematisch, zwischen 15 und 20 Prozent als Grenzbereich, über 20 Prozent als zu hoch.
Eine Studie von Powell und Kollegen aus dem Jahr 2008 zeigte bei Lasten von 25 und 30 Prozent deutlich mehr Muskelverspannungen und höhere Herzfrequenzen als bei 15 und 20 Prozent. Neuere Untersuchungen mit Reitern unterschiedlichen Gewichts, etwa von Dyson und Kollegen, fanden bei schweren Reitern vermehrt Anzeichen von Unbehagen. Daraus leiten viele Fachleute die Empfehlung ab, möglichst unter 20 Prozent zu bleiben.
Der Rechner zählt den Sattel mit, denn das Pferd trägt alles, was auf seinem Rücken liegt. Er zeigt außerdem, welches Reitergewicht bei 15 und bei 20 Prozent höchstens passt.
Mehr als nur eine Zahl
Kurzer Rücken, kräftige Lende, gut bemuskelte Oberlinie und starke Röhrbeine verbessern die Tragfähigkeit. Junge, alte oder schlecht trainierte Pferde tragen weniger gut als fitte Pferde im mittleren Alter. Auch Rassen unterscheiden sich: Isländer und Haflinger gelten als gute Träger, große, leichte Warmblüter eher nicht.
Wie geritten wird, zählt ebenso. Ein ausbalancierter, fitter Reiter belastet das Pferd weniger als ein leichterer, der im Sattel schwankt. Lange Ritte, schnelle Gangarten und Sprünge erhöhen die Belastung. Ein passender Sattel verteilt das Gewicht auf eine große Fläche; ein schlecht sitzender Sattel kann auch bei geringem Gewicht Schmerzen verursachen.
Wenn Sie über 20 Prozent liegen, helfen kürzere Reiteinheiten, ein leichterer Sattel, gezieltes Training der Rückenmuskulatur und Bodenarbeit. Achten Sie auf Anzeichen von Unwohlsein wie Kopfschlagen, Schweifschlagen, Ohren anlegen oder Taktfehler.
Die Prozentwerte sind Richtwerte und keine Grenze im rechtlichen Sinn. Sie ersetzen nicht die Beurteilung durch Tierarzt, Sattler und Reitlehrer. Das Gewicht des Pferdes schätzt der Pferdegewicht-Rechner, den Ernährungszustand der Body-Condition-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Pferd entlasten.
- Sattel: Passend und leicht.
- Training: Rücken stärken.
- Dauer: Kürzer reiten.
- Balance: Sitz schulen.
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Häufige Fragen
Wie schwer darf ein Reiter für ein Pferd sein?
Als Faustregel samt Sattel 15 bis höchstens 20 Prozent des Pferdegewichts.
Zählt der Sattel zum Reitergewicht?
Ja, das Pferd trägt Reiter und gesamte Ausrüstung.
Woher kommt die 20-Prozent-Regel?
Unter anderem aus einer Studie von Powell et al. (2008) mit Belastungstests.
Welche Pferde tragen gut?
Pferde mit kurzem Rücken, kräftiger Lende und starken Röhrbeinen.
Wie erkenne ich Überlastung?
Etwa an Kopf- und Schweifschlagen, angelegten Ohren oder Taktfehlern.
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