Stand: Gesetzeslage 2026. Gesetzliche Werte ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.
Wie Frischbeton auf die Schalung drückt
Frischer Beton verhält sich anfangs wie eine schwere Flüssigkeit und drückt mit seinem Gewicht seitlich gegen die Schalung. Würde er flüssig bleiben, stiege der Druck linear mit der Tiefe an, wie in einem Wasserbecken, nur mit der Wichte von etwa 25 Kilonewton je Kubikmeter. Tatsächlich beginnt der Beton jedoch zu versteifen, und der Druck wächst ab einer gewissen Tiefe nicht weiter.
Wie hoch der Druck maximal wird, hängt vor allem davon ab, wie schnell betoniert wird und wie flüssig der Beton ist. Die DIN 18218 von 2010 enthält dafür Bemessungsformeln je Konsistenzklasse, bezogen auf ein Erstarrungsende von fünf Stunden und Verdichtung mit Innenrüttlern. Für steife bis sehr weiche Betone steigt der Druck mäßig mit der Steiggeschwindigkeit, für fließfähige Betone und selbstverdichtenden Beton deutlich stärker.
Erstarrt der Beton später, etwa durch Verzögerer oder niedrige Temperaturen, bleibt er länger flüssig und der Druck steigt. Die Norm berücksichtigt das mit dem Beiwert K1. Der Rechner begrenzt den Wert nach oben auf den vollen hydrostatischen Druck und nach unten auf die Mindestwerte der Norm von 25 bzw. 30 Kilonewton je Quadratmeter.
Hinweise zur Anwendung
Der Rechner liefert eine überschlägige Abschätzung für lotrechte Wand- und Stützenschalungen. Er ersetzt weder die Bemessung durch den Tragwerksplaner noch die Angaben des Schalungsherstellers. Systemschalungen haben einen zulässigen Frischbetondruck, der in den Unterlagen steht, häufig 60 oder 80 Kilonewton je Quadratmeter. Dieser Wert darf nicht überschritten werden.
Die Steiggeschwindigkeit ergibt sich aus der Förderleistung der Pumpe geteilt durch die Grundfläche des betonierten Bauteils. Eine Pumpe mit 20 Kubikmetern je Stunde füllt eine 25 Zentimeter dicke und 10 Meter lange Wand mit 8 Metern Steiggeschwindigkeit je Stunde. Schmale Stützen werden schnell sehr hoch belastet. Durch langsameres Betonieren oder Betonieren in Lagen lässt sich der Druck senken.
Bei selbstverdichtendem Beton und bei fließfähigen Konsistenzen verlangen die Normformeln eine sorgfältige Begrenzung der Geschwindigkeit, oft ist der volle hydrostatische Druck anzusetzen. Auch starkes Rütteln, Außenrüttler oder Betonieren von unten durch Einpressen erhöhen den Druck über die Formel hinaus. Diese Sonderfälle sind im Rechner nicht abgebildet.
Die genauen Beiwerte der Norm sollten Sie für eine konkrete Planung anhand der aktuellen Ausgabe der DIN 18218 prüfen. Die Wichte von 25 kN/m³ gilt für Normalbeton; für Leicht- oder Schwerbeton passt der Rechner den Druck proportional an. Planen Sie bei wichtigen Bauteilen eine Überwachung der Schalung während des Betonierens ein.
Tipps und typische Fehler
Schalung schützen.
- Tempo: Begrenzen.
- Hersteller: Grenzwert prüfen.
- Kälte: Erstarrung später.
- SVB: Hydrostatisch rechnen.
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Häufige Fragen
Wie hoch ist der Frischbetondruck bei einer 3 Meter hohen Wand?
Bei Konsistenz F3 und 2 m/h etwa 46 kN/m². Voll hydrostatisch wären es 75 kN/m².
Warum spielt die Steiggeschwindigkeit eine Rolle?
Je schneller betoniert wird, desto höher ist die noch flüssige Betonsäule und desto größer der Druck.
Was ist das Erstarrungsende?
Der Zeitpunkt, ab dem der Beton nicht mehr fließt. Bezugswert der Norm sind fünf Stunden.
Welchen Druck hält eine Systemschalung aus?
Das steht in den Herstellerunterlagen, häufig 60 bis 80 kN/m².
Wie senke ich den Schalungsdruck?
Durch langsameres Betonieren in Lagen und eine steifere Konsistenz, soweit die Verarbeitung es zulässt.
- Frischbetondruck berechnen
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- Steiggeschwindigkeit Beton
- Schalungsdruck SVB
Rechtlicher Hinweis: Die Mengen und Werte sind Richtwerte für die Planung und keine Statik-, Brandschutz-, Elektro- oder Energieberatung. Tragende Bauteile sowie Elektro-, Gas- und Heizungsarbeiten gehören in die Hand von Fachplanern und zugelassenen Fachbetrieben. Herstellerangaben und geltende Vorschriften gehen vor.
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